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Mediziner feiern für Kinder

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Stilvoll feiern und dabei Gutes tun: Beim Ärzteball kommen 10.000 Euro für einen Baby-Notarztwagen zusammen.

Stilvoll feiern und dabei Gutes tun - unter diesem Motto haben sich am Samstag rund 200 Mediziner und deren Gäste auf dem Ärzteball in der Orangerie getroffen. Der Ärztliche Kreisverein Darmstadt richtet den Ball aus. "Die Veranstaltung soll Kommunikation und gesellschaftliches Ereignis kombinieren", erklärte Dieter Heerstraß, der seit vielen Jahren zum Organisationsteam gehört.

Seit 1990 haben auch Institutionen, Gruppen und Initiativen mit medizinisch-sozialem Hintergrund etwas davon, dass Mediziner aus der Region die Orangerie in einen Ballsaal verwandeln, denn seitdem ist der Ball auch Benefiz-Gala: 10 000 Euro aus dem Erlös der Eintrittsgelder und der Tombola werden jedes Jahr gespendet. Diesmal unterstützen die Festgäste das Projekt Baby-Notarztwagen des Arbeitersamariterbundes Darmstadt-Starkenburg. Im Baby-Notarztwagen werden früh- und neugeborene Kinder während eines Transports mit begleitendem Kinderarzt versorgt.

Schonender Transport

Die spezielle Ausstattung des Fahrzeugs, etwa die Luftfederung, sorge für einen schonenden Transport, erläuterte Georg Frey, ärztlicher Leiter der Kinderkliniken Darmstadt. Außerdem hat der Wagen viel medizinisches Gerät an Bord. Im vergangenen Jahr war er 252 Mal im Einsatz. Mit der Spende werden die Betriebskosten von rund 130 000 Euro jährlich bezuschusst.

Rund 1400 Mediziner sind im Verzeichnis des ärztlichen Kreisvereins vermerkt. Sie werden zum Ärzteball eingeladen und dürfen selbst nochmal bis zu zehn Gäste einladen. Dies ergebe eine gute Mischung aus Medizinern, Geschäftsleuten, Juristen und vielen anderen Berufsgruppen, sagen die Veranstalter. Dennoch blieb mit rund 200 verkauften Karten die Anzahl der Gäste diesmal unter den Erwartungen, räumte Dagmar Steinmetz vom Organisationsteam ein. Als Grund vermutete sie Terminkollisionen.

Sven Tauchert, seit einem Jahr Vorsitzender des Ärztlichen Kreisvereins, weist angesichts der 90 Euro Eintritt auch darauf hin, dass sich Mediziner heute durchaus Gedanken um ihre Finanzen machen müssten. Schon lange sei es nicht mehr so, dass Ärzte in finanzieller Unbekümmertheit lebten, sagt der 50 Jahre alte Kardiologe.

Unsicherheit über Zukunftsperspektiven beschäftige vor allem niedergelassene Ärzte. "Eine Praxis ist längst kein Selbstläufer mehr, sondern ein kleines Unternehmen. Wer heute in Geräte investiert, weiß nicht, ob er sie langfristig finanzieren kann." Existenzangst unter Medizinern sei ein Thema. (eis)

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