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Stadtkrone: Der Hochzeitsturm mit dem Ausstellungsgebäude und der Russischen Kapelle.
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Stadtkrone: Der Hochzeitsturm mit dem Ausstellungsgebäude und der Russischen Kapelle.

Darmstadt

Mathildenhöhe Darmstadt ist Welterbe

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Die Unesco zeichnet die Bauten der Künstlerkolonie Darmstadt aus und kritisiert den bisherigen Standort für das geplante neue Besucherzentrum auf dem Osthang der Mathildenhöhe.

Die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt darf sich seit dem Wochenende mit Titel „Unesco-Welterbe“ schmücken. Die Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation der Vereinten Nationen (Unesco) hat am Samstag das Anfang des vergangenen Jahrhunderts errichtete Bautenensemble auf dem Darmstädter Museenhügel als Weltkulturerbe ausgezeichnet. Das zuständige Komitee der Unesco traf die Entscheidung während seiner 44. Sitzung in der südostchinesischen Stadt Fuzhou.

Darmstadt: Freude über Welterbe-Titel für Mathildenhöhe

Die Auszeichnung wurde in Darmstadt mit Freude und Stolz, aber auch mit einer großen Portion Erleichterung aufgenommen, weil es Überlegungen gab, den Antrag Deutschlands zurückzustellen. So wurde seitens der Expert:innen kritisiert, dass in der Kernzone des Welterbeareals ein großes Besucherzentrum entstehen soll.

Bereits vor einigen Wochen hatte die Beratungsorganisation der Unesco der Stadt mitgeteilt, dass sie Einwände bezüglich des geplanten Besucherzentrums auf dem Osthang habe, das hinter dem großen Ausstellungsgebäude und dem Hochzeitsturm errichtet werden soll.

Mathildenhöhe Darmstadt: Besucherzentrum kleiner werden

Seitens der Stadt wurde daraufhin dem Unesco-Komitee mitgeteilt, dass man die Planungen bereits präzisiert habe. So soll das Besucherzentrum in Absprache mit dem österreichischen Architekturbüro Marte-Marte etwas verkleinert und – wie gefordert – aus der Kernzone herausgerückt werden.

Auf Initiative Brasiliens beschloss daraufhin das Komitee, dass die Stadt bis zum 1. Februar nächsten Jahres über die geplante Neupositionierung des Besucherzentrums und die neuen Planungen einen Bericht einreichen soll. Damit war der Antrag Norwegens, erst auf der nächsten Sitzung des Welterbekomitees im Dezember 2022 über den deutschen Antrag zu entscheiden, vom Tisch.

Werden auch „SchUM“-Stätten in Worms, Speyer und Mainz Welterbe?

Am Dienstag soll über die Bewerbungen für die „SchUM“-Stätten in Worms, Speyer und Mainz - die auch als die Wiege des europäischen Judentums bezeichnet werden - entschieden werden.

Die Mathildenhöhe in Darmstadt aus der Wende zum 20. Jahrhundert besteht aus dem Hochzeitsturm, der 1899 geweihten Russischen Kapelle, weiteren Gebäuden, einer Parkanlage und Skulpturen. Die Künstlerkolonie gilt als Schnittpunkt zur Moderne der Architektur – nicht einfach ein Jugendstilensemble, sondern ein Schritt zum Bauhaus.

Künstlerkolonie in Darmstadt: Projekt zur Wirtschaftsförderung

Die Intention zum Bau der Künstlerkolonie auf der Darmstädter Mathildenhöhe war im ausgehenden 19. Jahrhundert keineswegs nur kultureller, sondern handfester ökonomischer Natur.

Großherzog Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt sah mangels Bodenschätzen einen Wirtschaftsaufschwung nur durch mehr Qualität in den Manufakturen gewährleistet und holte Künstler aller Couleur nach Darmstadt.

Mathildenhöhe Darmstadt: Herausragende visionäre Gestaltungskunst

„Die Mathildenhöhe ist ein weltweit herausragendes Beispiel visionärer Gestaltungskunst“, sagte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. „Künstlerinnen und Architekten haben hier an der Nahtstelle von Jugendstil und Neuem Bauen Pionierarbeit geleistet.“

14 Jahre lang, von 1901 bis 1914, sei die Mathildenhöhe eines der wichtigsten Zentren moderner Kunst und Architektur in Europa und der Welt gewesen. Vier internationale Ausstellungen trugen in dieser Zeit dazu bei, Architektur und Design in ein neues Zeitalter zu führen, betonte Böhmer. mit dpa

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