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Markthalle öffnet wieder

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Nach jahrelangem Leerstand wird die Markthalle derzeit für die neuen Mieter umgebaut
Nach jahrelangem Leerstand wird die Markthalle derzeit für die neuen Mieter umgebaut © Guido Schiek

In der zweiten Jahreshälfte soll die Markthalle wieder mit Leben gefüllt werden; derzeit wird sie umgebaut. Die 1600 Quadratmeter große Gesamtfläche werden sich die spanische Modekette Mango und das Systemgastronomie-Unternehmen Vapiano teilen.

Nachdem nun beide Mieter feststehen, die die seit mehr als fünf Jahren leer stehende Markthalle in der zweiten Jahreshälfte mit neuem Leben füllen wollen, bleibt festzustellen: Das Konzept einer Markthalle nach Frankfurter Muster – bei der Eröffnung 1997 als „Konsummagnet im Herzen der Stadt gepriesen“ – ist gescheitert.

Von den ursprünglich 35 Mietern ausschließlich aus dem Lebensmittelhandel und der Gastronomie hatten zuletzt gerade noch eine Bäckerei, eine Metzgerei, ein Feinkostgeschäft und ein thailändisches Restaurant ausgeharrt, bis auch sie zum 31. März 2009 die Kündigung erhielten. Jahrelang tat sich danach nichts mehr; es schien, als habe die internationale Investorengruppe Fortress das Interesse an dem Gebäude in attraktiver Innenstadtlage verloren.

Nun also ein Neuanfang, der zugleich das Ende des alten Konzepts ist: Die Markthalle als Markthalle ist Geschichte. Einzig der freie Durchgang von Passanten von der Schuchardstraße zum Innenhof des Carrees wird an alte Zeiten erinnern. Vorbei gehen werden Kunden und Bummler an einer Vapiano-Filiale – der zweiten in Darmstadt – und einem Laden von Mango.

Weil sich aber Küchengerüche schlecht mit Blusen und Kleidern vertragen, werden beide Unternehmen baulich voneinander getrennt. Für Umbauten sind rund 2,5 Millionen Euro veranschlagt, weitere zwei Millionen Euro fließen nach Angaben einer Fortress-Sprecherin in Nachrüstungen beim Brandschutz. Die beiden Mieter werden weiteres Geld investieren, sagte Uwe Lippold, Center-Manager des City Carrees.

Martin Schweighofer, der seit fünf Jahren das auf Pizza, Pasta und Salat spezialisierte Vapiano in der Nähe des Hauptbahnhofs betreibt, sprach von einer Erfolgsstory. Die Innenstadtlage der Markthalle passe optimal zum Restaurant in der Rheinstraße: „Wir möchten mit dem neuen Vapiano noch mehr Kunden erreichen und begeistern.

Auch die Systemgastronomie-Kette Tialini, an der der frühere Porschemanager Wendelin Wiedeking beteiligt ist und die als Konkurrent von Vapiano gilt, war an der Markthalle interessiert. Bei der neuen Filiale werde es eine 285 Quadratmeter große Sonnenterrasse mit 186 Sitzplätzen geben, so Schweighofer. In dem neuen Vapiano ist er nicht mehr bloß Franchise-Nehmer wie in der Rheinstraße, sondern in Form eines Gemeinschaftsunternehmens Partner von Vapiano SE, einer Aktiengesellschaft.

Die Ausrichtung werde derjenigen der übrigen Vapiano-Restaurants entsprechen. Sie wurde von dem Mailänder Designer und Architekten Matteo Thun entworfen. Das Interieur soll ein mediterranes Lebensgefühl ausstrahlen. So wird es auch in der Markthalle einen etwa 100 Jahre alten Olivenbaum geben, der in keinem Vapiano-Restaurant fehlen darf. (ryp)

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