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Ein Markt zieht um

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Der Bahnhofsplatz wird 2016 zum Marktplatz – übergangsweise.
Der Bahnhofsplatz wird 2016 zum Marktplatz – übergangsweise. © Volker Dziemballa

Wegen des Hessentags wird ab Januar vor dem Bahnhof gefeilscht.

Langsam wirft die Umgestaltung von Teilen der Rüsselsheimer Innenstadt im Zuge der Hessentagsvorbereitungen ihre Schatten voraus: Ab Samstag, 16. Januar, werden die Marktstände für mehrere Monate auf dem Bahnhofsplatz zu finden sein, weil der Marktplatz wegen des Baus nicht zur Verfügung steht. Auf den Standort am anderen Ende der Marktstraße haben sich die städtischen Planer in Verhandlungen mit den Marktbeschickern geeinigt. Der Rückumzug auf den Marktplatz soll auf jeden Fall noch 2016 erfolgen, jedoch könne es schon bis in den Winter hinein dauern, heißt es von der Stadtverwaltung.

„Es hat zu Anfang schon recht unterschiedliche Meinungen unter den Standbetreibern gegeben, aber wir haben jetzt eine sehr einvernehmliche Lösung gefunden“, berichtet Marktmeisterin Birgit Jorns. Eine Fraktion habe sich von vorneherein für den Bahnhofsplatz ausgesprochen, andere hätten zunächst den Landungsplatz favorisiert. Dieser allerdings habe einige gravierende Nachteile, erläutert Frank Kohmann, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Planung.

Zum einen müsse dort erst die komplette Infrastruktur wie Strom und Wasseranschlüsse eingerichtet werden. Bei Kerb und Mainfest sei das noch vertretbar, bei regelmäßigen Markttagen zwei Mal die Woche – mit dem freitäglichen „Spezialmarkt“ sogar drei Mal – wäre dies ein enormer auch finanzieller Aufwand. Es müsste auch sichergestellt werden, dass der vorgesehene Platz an den Markttagen frei von Fahrzeugen bleibt, fügt Kohmann an: „Und dann ist da noch der Unsicherheitsfaktor, dass der Landungsplatz nicht nur zugig, sondern auch Überschwemmungsgebiet ist.“

Eine weitere Variante war ein Markt auf dem Mainblock – diese Pläne seien wegen der auch dort fehlenden Infrastruktur und der sehr beengten Verhältnisse schnell verworfen worden.

Beim Bahnhofsplatz bieten sich aus Sicht der Planer in all diesen Belangen deutlich günstigere Bedingungen. Die Infrastruktur ist größtenteils vorhanden, die Fläche als Fußgängerzone einfach freizuhalten und gleichermaßen zentral gelegen und für die Anlieferung geeignet. „Auch beim Thema Verkehrsströme sehen wir da Vorteile, denn während der Bauarbeiten in der Frankfurter Straße leiten wir den Verkehr ja über die Löwenstraße in diese Richtung um“, erläutert Kohmann.

Das wichtigste Kriterium für die Marktbeschicker sei, neben der Erreichbarkeit für die eigenen Fahrzeuge, aber stets das Thema Kundenparkplätze gewesen. „Auch da, denken wir, ist der Bahnhofsplatz keine schlechte Wahl“, sagt Patrik Philippi vom Stadtmarketing und verweist auf die Kurzzeitplätze am Bahnhof, die Flächen in den umliegenden Straßen und die Parkflächen und -häuser entlang der Bahnlinie. Der Busbahnhof ist bekanntlich auch in unmittelbarer Nähe.

Ein großer Vorteil für viele Standbetreiber sei, dass der Bahnhofsplatz auch deutlich mehr Laufkundschaft zur Mittagszeit verspreche, so Philippi. Baulich seien keine Veränderungen auf dem Bahnhofsplatz vorgesehen, lediglich die Anordnung der Fahrradständer müsse nach den ersten Erfahrungen im Frühjahr mal überprüft werden, so Kohmann.

Marktbeschicker loben neue Infrastruktur

Vermutlich wird ein Großteil der „klassischen“ Marktstände mit Obst- und Gemüse in zwei Reihen parallel zum Bahnhof hin aufgestellt. Die Spezialitäten-Anbieter und einige Essensstände werden in Richtung Gewobau und die sogenannten „Saisonbeschicker“, die nicht immer auf dem Markt sind, am Ausgang der Bahnhofsstraße stehen. Ein weiteres kleines Grüppchen von Ständen soll am Opel-Altwerk, etwa in Höhe der Adam-Opel-Statue stehen.

„Die Aufstellung haben die Beschicker unter sich geklärt und vereinbart. Ob sich da noch Veränderungen ergeben, werden wir nach den ersten Märkten auf dem neuen Platz sehen. Das läuft sehr einvernehmlich“, sieht Marktmeisterin Jorns beim temporären Umzug keine Probleme für die Standbetreiber.

Wahrscheinlich werde man gegen Jahresende, wenn der Rückumzug ansteht, eher Stimmen hören, die nach einem Verbleib auf dem Bahnhofsplatz fragen, wird schon gemutmaßt. Dieser sei aber fix eingeplant und auch kaum verhandelbar, stellt Frank Kohmann klar: „Der Markt gehört einfach auf den Marktplatz.“ (ers)

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