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Der Markt ist leergefegt

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In den kommunalen Kindergärten gibt es derzeit sieben vakante Erzieherstellen. Das ist ein Höchstwert. Neue Leute einzustellen, ist schwierig. Der Markt ist leergefegt.

Regelmäßig wird der Familien- und Sozialausschuss zur Situation der Kindertagesstätten informiert. In der jüngsten Sitzung wurde von Sandra Helms (SPD) auch die Frage der Entlohnung thematisiert.

„Wie wollen Sie Personal halten, wenn Sie bei der Eingruppierung 8a bleiben, während andere Kommunen deutlich mehr zahlen?“, wandte sie sich an den Bürgermeister. Stefan Sauer (CDU) dazu: „Mancher glaubt, über Geld bekomme man alles geheilt. Viele Kommunen erliegen dem Reflex zu sagen, wir zahlen das Größte, was geht und letztlich kommen sie doch nicht weiter.“

Sauer setzte hinzu: „Ich bin der Meinung, wenn das Team allen gut tut, ist auch in der Einrichtung alles gut.“ Die Bezahlung nach Lohngruppe 8a bedeutet je nach Betriebszugehörigkeit für Erzieherinnen ein Gehalt zwischen 2519 und 3509 Euro monatlich.

Kita-Plätze sind ausgeschöpft

Thomas Krambeer, Amtsleiter Familie und Soziales, sagte, dass es in den 13 kommunalen Kindertagesstätten derzeit sieben offene Vollzeitstellen gebe. Auf Nachfrage bei Verwaltungsfachfrau Heike Rothmann war zu erfahren, dass es in Vorjahren zwar schon mal fünf freie Stellen gegeben habe – sieben sei aber ein Höchstwert. Krambeer beruhigte: „Im Herbst 2015 waren wir noch gut bestückt, das kann manchmal schnell gehen – etwa durch Krankheit. Im Übrigen ist der Markt leergefegt.“

Die dem Ausschuss vorgelegten Belegungslisten der Kita-Plätze zeigten maximale Ausschöpfung der Aufnahmekapazitäten auf, zumal Kinder unter drei Jahren sowie Kinder mit Handicap jeweils mit mehr Punktstellen im Berechnungskalender zu Buche schlagen als andere. „Es ist eng. Wir wissen das alle“, so Krambeer. Die Anzahl der Kinder auf Wartelisten zu beziffern, würde in die Irre führen, da darauf auch Anmeldungen vermerkt seien, die keine Dringlichkeit hätten, beziehungsweise bei denen Eltern mit einer längeren Vorlaufzeit bis zum Erhalt eines Kita-Platzes zufrieden seien, hieß es.

Sandra Helms forderte, künftig die Auflistung der Kita-Plätze in Vormittags- und Ganztagsplätze zu unterteilen. „Ich möchte wissen, wie sieht es mit Mittagessensplätzen aus“, verdeutlichte sie, und Monika Freitagsmüller (Freie Wähler-Bürgerliste) setzte nach: „Es ist für Eltern, die berufstätig sind oder sein wollen, wichtig zu wissen, klappt die Mittagsbetreuung?“

Manche Kinder werden laut Krambeer außerdem direkt in schulische Vorlaufkurse geschickt. „Es gibt keine Daten dazu, wie viele Kinder gar keine Kita besuchen.“ (lot)

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