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Häuser statt Autos: Der Marienplatz in Sichtweite des Staatstheaters Darmstadt soll bebaut werden.
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Häuser statt Autos: Der Marienplatz in Sichtweite des Staatstheaters Darmstadt soll bebaut werden.

Bauvorhaben

Für Millionensumme: Marienplatz in Darmstadt wird verkauft

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Auf dem Areal in der Darmstädter Innenstadt sollen von Mitte 2023 an ein 15-geschossiges Hochhaus, ein mäanderförmiges Gebäude mit bis zu sechs Geschossen und eine Kita entstehen.

Darmstadt – Sechs Tage, nachdem das Darmstädter Stadtparlament – bei zwei Enthaltungen – dem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zugestimmt hat, ist der Marienplatz für 14,2 Millionen Euro an den Schweizer Bau- und Immobiliendienstleister Implenia verkauft worden. Der Kaufvertrag für den zentralen Platz westlich des Darmstädter Staatstheaters wurde am Mittwoch notariell beurkundet, teilte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) mit. Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag voriger Woche sei somit „zügig ein weiterer wichtiger Schritt zur Entwicklung des Platzes erfolgt“, sagte Partsch.

Der Marienplatz ist eine der letzten großen Brachflächen in der Darmstädter Innenstadt. Derzeit wird der 1,4 Hektar große Schotterplatz der zwischen der Mollerstadt, dem Staatstheater und dem Verlagsviertel sowie westlich der Heidelberger Straße (B3) liegt, als Parkplatz genutzt. Das Grundstück fungiert städtebaulich als Bindeglied zwischen der Kernstadt und den später entstandenen Stadtquartieren.

Darmstadt: Realisierungswettbewerb sollte Bebauung des Marienplatzes voranbringen

Die Stadt Darmstadt hatte vor zwei Jahren einen Realisierungswettbewerb ausgelobt, um die Bebauung des Platzes, auf dem einst eine Kaserne stand, voranzubringen. Den ersten Preis erhielt ein gemeinsamer Entwurf des Darmstädter Architekturbüros Netzwerkarchitekten und des Landschaftsarchitekten Michael Triebswetter aus Kassel. Hinter dem Entwurf steht der Schweizer Projektentwickler, der seine Deutschland-Zentrale in Raunheim im Kreis Groß-Gerau hat.

OB Partsch, der auch Planungsdezernent in der Stadt ist, sagte nun am Mittwoch bei der Vorstellung der Planungen unmittelbar nach der notariellen Beurkundung des Verkaufs, Intention der Stadt sei es, im Stadtzentrum „ein attraktives urbanes und hochwertiges Wohnquartier mit hoher ökologischer Qualität“ zu schaffen.

Während der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung hatte Oliver Lott, der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, den „deutlich zu geringen Verkaufspreis“ kritisiert. Uli Franke (Linke) hatte gefordert, die Flächen im städtischen Besitz zu belassen und eine Erbbaupachtregelung zu vereinbaren.

Auf dem Marienplatz sollen östlich der Hinderburgstraße (li.) die Kita, das mäanderförmige Gebäude und an der Ecke der Hügelstraße und der Heidelberger Straße (re.) das Hochhaus errichtet werden.

Marienplatz in Darmstadt – OB Partsch: Fläche wurde „für einen guten Preis veräußert“

Partsch äußerte dazu, die wertvolle innerstädtische Fläche sei „für einen guten Preis veräußert“ worden. Sie werde jetzt von einem Unternehmen, mit dem die Stadt nun in einer „Entwicklungspartnerschaft“ verbunden sei, „im Sinne der Allgemeinheit entwickelt“. Wenn die Stadt das Grundstück nur in Erbpacht angeboten hätte, „hätten wir sicherlich keinen so guten Entwurf erhalten, der so viele Aspekte, die uns für die Entwicklung des Grundstücks wichtig waren, berücksichtigt“, äußerte Partsch.

Das Eigentum geht nach Zahlung des Kaufpreises, der erst nach Schaffung des Planungsrecht fällig wird, auf den Käufer über. Solange bleibt das Grundstück im städtischen Besitz und wird zur Nutzung als Parkplatz an die Heag Holding verpachtet.

Der Buchwert des Grundstücks liegt bei rund zweieinhalb Millionen Euro, woraus sich durch den Verkauf ein Gewinn für den städtischen Haushalt von rund zwölf Millionen Euro ergibt. Der Kaufvertrag sieht einen Baubeginn spätestens ein Jahr nach der Erteilung der Baugenehmigung vor.

Hochhaus mit 15 Geschossen soll auf Marienplatz in Darmstadt entstehen

Für das im Eckbereich der Hügelstraße und der Heidelberger Straße geplante Hochhaus mit 15 Geschossen soll es einen Architektenwettbewerb geben. Der Entwurf des Darmstädter Architekturbüros sieht zudem westlich des Hochhauses ein mäanderförmiges Gebäude mit bis zu sechs Stockwerken vor. Zudem wird auf dem Grundstück eine Kita errichtet. Vorgesehen ist, auf dem Areal 310 Miet- und Eigentumswohnungen zu errichten. Das Projektvolumen gibt Implenia mit 100 Millionen Euro an. Mitte 2023 soll mit dem Bau des ersten Bauabschnitts begonnen werden, so dass Ende 2024 die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in das neue Quartier ziehen könnten. Der Investor hat sich verpflichtet, mindestens 25 Prozent der entstehenden Wohnfläche für geringe und 20 Prozent für mittlere Einkommen im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus zu errichten. (Jens Joachim)

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