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Marathon der Töne

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Von: Tina Full-Euler

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Die Pianistin Justine Verdier aus Paris übt für den Marathon.
Die Pianistin Justine Verdier aus Paris übt für den Marathon. © Privat

Nocturnes, Mazurken, Walzer – nicht weniger als 23 Pianisten kommen in Darmstadt zusammen, um innerhalb von 15 Stunden sämtliche 205 Soloklavierwerke von Frédéric Chopin zu spielen.

Das ist der Chopin-Marathon in Zahlen: 23 Pianistinnen und Pianisten aus 13 Ländern kommen am 21. März in Darmstadt zusammen, um innerhalb von 15 Stunden alle Soloklavierwerke von Frédéric Chopin (1810-1849) zu spielen, und zwar chronologisch nach ihrem Entstehungsjahr, 205 Stücke insgesamt. Eingeladen zu diesem besonderen Konzert hat die Chopin-Gesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Darmstadt, die in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestehen feiert.

Während des Konzerts wird es etwa 90 Pianisten-Wechsel am Konzertflügel geben, wie die Vizepräsidentin der Gesellschaft, Jill Rabenau, berichtet. Mal dauert ein Auftritt eine Minute, dann spielt ein Interpret wieder 40 Minuten am Stück, etwa Miyako Arishima aus Japan, die sich der 24 Préludes annehmen wird.

Neben bekannten Nocturnes, Mazurken und Walzern bringt der Marathon auch die eher selten aufgeführten Werke Chopins zu Gehör: so die ersten Polonaisen des zwölfjährigen Frédéric, die jedoch „wahrlich nicht einfach zu spielen sind“, so Rabenau. Oder die erste Sonate in c-Moll, die Chopin mit 17 Jahren komponierte, in Darmstadt interpretiert von Yuri Blinov aus Weißrussland.

Liebe zu Chopin als Gemeinsamkeit

Auch in den ganz frühen Werken sei schon Chopins „ganz wunderbare Gabe für Melodie und Harmonie“ zu erkennen, sagt Rabenau. Die Werke des 20-Jährigen, komponiert im damals angesagten „Style brillant“, verlangten in ihren sehr schnellen Passagen wiederum große Virtuosität, so die Chopin-Spezialistin. Das internationale Teilnehmerfeld, darunter viele Preisträger, verspricht ein Konzert auf höchstem Niveau. Auch die Rhein-Main-Region ist klangvoll vertreten. So wird etwa Sabine Simon auftreten, die an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt unterrichtet. Mitwirken werden auch Nami Ejiri und Eugene Choi, Absolventinnen der Meisterklasse von Lev Natochenny an der Musikhochschule Frankfurt, und Alexander Koriakin, der bei Natochenny studiert.

Sie alle führt an diesem Tag die Liebe zu Chopin zusammen. „Seine Musik geht direkt ins Herz, weckt sofort Emotionen und trägt eine gewisse Wehmut in sich“, sagt Rabenau. Für Zuhörer, die sich im Laufe des Marathons stärken möchten, werden draußen auf dem Kennedy-Platz einige Lieblingsspeisen Chopins zubereitet, wie Schokoladenkuchen mit Kirschen oder Mehlsuppe mit Graupen. Allerdings gibt es zum Essen keine Konzertpause. Wer isst, verpasst Töne.

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