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Mann brutal in Groß-Umstadt zusammengeknüppelt

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Von: Jens Joachim

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Die beiden angeklagten Männer aus Groß-Umstadt befinden sich seit Mai 2022 in Untersuchungshaft.
Die beiden angeklagten Männer aus Groß-Umstadt befinden sich seit Mai 2022 in Untersuchungshaft. © Jens Joachim

Vor dem Landgericht Darmstadt hat ein Prozess gegen zwei Männer aus Groß-Umstadt begonnen, die von der Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags angeklagt worden sind.

Wegen versuchten Totschlags müssen sich seit Montag zwei Männer aus Groß-Umstadt vor der 10. Strafkammer des Darmstädter Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 39-jährigen Mann vor, einen 48-Jährigen vor dessen Wohnung in Groß-Umstadt brutal mit einem Holzschläger niedergeknüppelt zu haben.

Der Mann soll dabei akut lebensbedrohliche Verletzungen erlitten haben. Staatsanwalt Ansgar Martinsohn sprach von einem Schädel-Hirn-Trauma, bis zu zwölf Zentimeter langen Wunden, multiplen Gesichtsfrakturen, einer gebrochenen Rippe, Quetschungen und Hämatomen. Der Mann lag dreieinhalb Wochen im Krankenhaus.

Brutale Bluttat in Groß-Umstadt: Prozessauftakt in Darmstadt

Dem Angeklagten Mike E. hielt der Staatsanwalt zum Auftakt des Prozesses vor, mit dem Geschädigten, der kurzzeitig sein Arbeitgeber war, am späten Abend des 3. Mai zunächst in einer Sportsbar in der Nähe des Groß-Umstädter Bahnhofs in Streit geraten zu sein.

Um „den Geschädigten abzustrafen“, so Martinsohn, soll E. dann gemeinsam mit dem 21-jährigen Angeklagten Aslan B. vor dem Wohnhaus des 48-Jährigen erschienen sein und dort mit einem Baseballschläger, auf dem in Frakturschrift das Wort „Hausordnung“ stand, die Klingel und eine Lampe am Eingang des Hauses zertrümmert haben. Auch soll der Angeklagte mit dem Holzknüppel gegen das Garagentor geschlagen haben.

Zwei Männer aus Groß-Umstadt wegen versuchten Totschlags angeklagt

Der jüngere Angeklagte soll laut Martinsohn den „Kampfhund“ seines Bekannten an der Leine geführt haben. Vor der Wohnung des Geschädigten soll es dann zu der blutigen Auseinandersetzung gekommen sein, in deren Verlauf der Geschädigte mehrere Schläge mit dem Holzschläger erhalten haben soll.

Auch soll auf den Geschädigten, der versuchte, sich mit einem Messer zu wehren, mehrfach eingetreten und eingeschlagen worden sein. Den Tod des Mannes hätten die beiden Angreifer „billigend in Kauf genommen“, äußerte der Staatsanwalt.

Groß-Umstadt: Streit und wiederholter Übergriff nach Kündigungen

Der Geschädigte, ein 48-jähriger gelernter Zimmermann, sagte am Montag vor Gericht aus, er habe sowohl dem älteren Angeklagten als auch der Mutter des Mannes vor einiger Zeit kündigen müssen, weil beide nicht mehr zur Arbeit erschienen seien. Danach sei es zunächst immer wieder zu verbalen Auseinandersetzungen gekommen, wenn man sich begegnet sei.

Der Mann berichtete auch von einem früheren „Überfall“ auf ihn und einer Schlägerei in einer Kneipe, an dem auch beide Angeklagte sowie zwei weitere Männer beteiligt gewesen seien. Diesen Übergriff habe er seinerzeit aber nicht angezeigt, sagte der 48-Jährige.

Darmstadt: Weitere sechs Verhandlungen bis Ende Februar terminiert

Dem 21-jährigen Angeklagten wird von der Anklagebehörde zudem zur Last gelegt, im September 2021 zunächst mehrere Personen bedroht und Polizeibeamtinnen und -beamte beleidigt und gegen die Ordnungskräfte Widerstand geleistet zu haben. Hierbei sollen zwei Polizeibeamte leicht verletzt worden sein. Ferner soll der Mann im Februar 2022 mit einem Auto gefahren sein, obwohl er dazu nicht die erforderliche Fahrerlaubnis hatte.

Der ältere Angeklagte räumte über seinen Anwalt die Tat ein und beteuerte, er habe den 48-Jährigen nicht töten wollen. Der Anwalt des jüngeren Angeklagten kündigte eine Einlassung zu den Vorwürfen zu einem späteren Zeitpunkt an.

Die Strafkammer hat sechs weitere Verhandlungstermine bis Ende Februar eingeplant.

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