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Käferflug: Im nächsten Jahr werden wieder Milliarden von Waldmaikäfern herumschwirren.
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Käferflug: Im nächsten Jahr werden wieder Milliarden von Waldmaikäfern herumschwirren.

Darmstadt

Darmstadt: Maikäfer-Larven im Ried auf der Spur

  • Jens Joachim
    VonJens Joachim
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Forscherinnen und Forscher untersuchen die Populationsentwicklung des Waldmaikäfers zwischen Offenbach und Frankfurt sowie rund um Darmstadt und in Südhessen.

Schon Onkel Fritz konnte ein Lied davon singen, was es heißt, wenn seine beiden hinterlistigen Neffen ihm das „Ungetier“ unter die Bettdecke stecken. Wilhelm Busch hat dem Maikäfer im fünften Streich von Max und Moritz zwar ein literarisches Denkmal gesetzt, als er treffend formulierte: „In den Bäumen hin und her fliegt und kriecht und krabbelt er.“ Doch der Dichter ließ zugleich Onkel Fritz wie im Furor wüten. Mit dem Pantoffel rückt er den hin und her und rundherum kriechenden und mit Gebrumm herumschwirrenden Käfern zu Leibe und „haut und trampelt alles tot“.

Erst 2022 wieder Maikäfer-Flugjahr

Auch im Hessischen Ried und im Großraum Hanau macht die von Wilhelm Busch so bezeichnete „Käferkrabbelei“ den Försterinnen und Förstern immer wieder zu schaffen. Der Generationszyklus eines Waldmaikäfers beträgt vier Jahre. Nach Angaben des Darmstädter Forstamtsleiters Hartmut Müller wird es daher erst im nächsten Jahr wieder einen massenhaften Käferflug geben. In den vergangenen Wochen konnten kurz vor Sonnenuntergang etwa in Darmstadt auf den Balkonen nur vereinzelte Exemplare gesichtet werden.

Das Verbreitungsgebiet des Waldmaikäfers erstreckt sich nach einem Informationsblatt von Hessen Forst über ganz Mitteleuropa. Darüber hinaus kommt diese Art auch – im Gegensatz zum Feldmaikäfer – in einigen Teilen Skandinaviens und Russlands vor. Wald- und Feldmaikäfer sind optisch leicht zu verwechseln. Bei beiden Arten gibt es zahlreiche Farbvarianten und verschiedene Größen. Im Mittel ist der Waldmaikäfer jedoch rötlich-braun gefärbt und mit etwa 20 bis 25 Millimetern etwas kleiner als der Feldmaikäfer, der eher gelblich-braun ist.

Forschung im Ried: Auf der Suche nach Maikäfer-Engerlingen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt im südniedersächsischen Göttingen haben nun im Ried damit begonnen, die Populationsentwicklung des Waldmaikäfers zu untersuchen. Durch Wurzel- und Blattfraß verursachen die Käfer jedes Jahr große Schäden in Wald und Flur. Im Hessischen Ried und rund um Hanau werden sich die Engerlinge der Käfer unter der Erde in den nächsten elf Monaten massenhaft vermehren.

Bis zu 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Göttinger Forschungseinrichtung werden in einem Zeitraum von zehn Wochen umfangreiche Untersuchungen zur räumlichen Verbreitung, zur Populationsdichte und zum Gesundheitszustand der Waldmaikäferpopulationen durchführen.

Grabungen nach Maikäfer-Larven im Hessischen Ried

Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich nach Angaben von Forstamtsleiter Müller von Offenbach und nördlich des Frankfurter Flughafens bis nach Viernheim im Süden. Im Westen ist der Rhein die Grenze und im Osten die Bundesstraße 3.

Bei den im Hessischen Ried geplanten Rastergrabungen wird Müller zufolge ein Rasterabstand von 500 mal 500 Metern verwendet. In diesem Jahr soll im Ried an rund 1300 Punkten systematisch gegraben werden. Bereits seit 2009 gibt es diese systematischen Untersuchungen.

Es ist noch lange nicht vorbei mit der Käferkrabbelei

Pro Grabungspunkt werden vier Löcher gegraben, die einen halben mal einen halben Meter groß sind. Dabei wird mindestens 50 Zentimeter tief und mindestens 20 Zentimeter über den letzten Fund eines Maikäfer-Engerlings hinaus gegraben. Jeder erste und jeder siebte Engerling pro Rasterpunkt soll dann anschließend weiter untersucht werden.

Frei nach Wilhelm Busch wissen Forstamtsleiter Müller sowie die Forscherinnen und Forscher aus Göttingen schon jetzt: Auch in den nächsten Jahren ist es noch lange nicht vorbei mit der Käferkrabbelei!

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