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Lilienkult lässt Kassen klingeln

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Auch im Baumarkt werden Fans des SV Darmstadt 98 mittlerweile fündig.
Auch im Baumarkt werden Fans des SV Darmstadt 98 mittlerweile fündig. © Guido Schiek

Fanartikel gibt es nun auch fern der Fanshops und sie sind begehrt. Der Aufstieg bescherte ein Umsatzplus.

Dicht gedrängt stehen die Fanmassen auf der Gegengerade und jubeln. Fußballspieler des SV Darmstadt 98 verbeugen sich und grüßen ihre Anhänger. Gegenüber im A-Block werden große Fahnen geschwungen. Neben großformatigen Foto-Impressionen wie diesen aus dem Lilienkosmos gibt es Vereinsembleme sowie allerhand großformatige Bekenntnisse in Blau-Weiß. „Wir sind die Heiner, uns schlägt keiner“, zum Beispiel.

„Des is’ mein Spruch, den lass’ ich immer im Stadion los“, begeistert sich „Kutten-Kalli“ alias Karl Erich Krepper, der wohl bekannteste Lilien-Fan der Stadt, vor den Regalen voller SV 98-Devotionalien im Baumarkt Bauhaus. Unter dem kritischen Blick seiner Lebensgefährtin sondiert Krepper das Angebot. Ein bisschen zögerlich ist er, weil er zu Hause schon fünf Kartons voller Darmstadt-Merchandise hat, wie er berichtet. Aber man ahnt: Es wird wohl noch etwas dazukommen, zu verlockend ist all dieser großformatige Wandschmuck aus Planen, Keilrahmen oder Acrylglas. „Und danach würd’ ich zu Hause alles neu ausrichten.“

Das Wissen um Fan-Verrücktheiten wie diese war es auch, die Sascha Eisenhöfer auf die Idee brachte. Der stellvertretende Geschäftsleiter des Bauhaus in der Otto-Röhm-Straße, zugleich Sponsor der Darmstädter Kicker, hat schon die vorige starke Spielsaison der Lilien angetan beobachtet. „Und der Aufstieg hat natürlich ganz schön Schub gegeben in Sachen Euphorie.“ In Kooperation mit dem Verein habe man dieses exklusive Angebot dann umgesetzt. So stammten die Fotografien vom Stadionfotografen des SV Darmstadt 98. Und ein Teil der Einnahmen fließe in die Nachwuchsarbeit der Fußballer.

Die Resonanz bezeichnet Eisenhöfer als „wahnsinnig“. Sie hätten Anfragen gehabt aus Hamburg, Käufer kämen sogar aus Frankfurt oder Heilbronn. Er habe zehn Jahre in München gelebt, da ruhten sich die Fans ja eher auf dem Ruhm der Bayern aus. „Aber hier: Herzblut.“ Binnen weniger Tage seien die ersten Artikel ausverkauft gewesen. Doch es wurde nachproduziert, die Lücken in den Regalen wieder aufgefüllt. „Das bleibt jetzt fest im Programm.“

Sortiment wurde erweitert

Einige Kilometer weiter Richtung Stadtzentrum, in der „Hugendubel“-Filiale im Carree, befindet sich bereits seit Monaten eine Extra-Abteilung mit Fanartikeln des Vereins im Erdgeschoss. Trikots, Fußbälle, Schlüsselanhänger, Tassen oder der „Bölle“-Bildband sind hier zu haben – Dinge, die es zuvor nur im Fanshop am Stadion oder im Fanladen an der Stadtkirche gab.

„Ziel ist es, auch die Fanartikel in der Stadt anzusiedeln“, kommentiert Tom Lucka, Medienverantwortlicher des SV Darmstadt 98. „Um dem extrem gesteigerten Interesse an Fanartikeln entgegenzukommen.“ Dies hängt natürlich mit dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga zusammen.

Wie groß die Umsatzsteigerung ist, kann Lucka nicht genau beziffern. Aber allein in den ersten Monaten der Zweiten Liga hätten sie erreicht, was in der kompletten vorigen Saison umgesetzt worden sei. „Es wird wahnsinnig viel gekauft.“ Das Fanartikel-Sortiment sei stark erweitert worden.

„Wir sind sehr, sehr zufrieden, wie das läuft“, lobt Lucka die Kooperation mit „Hugendubel“, bislang die einzige dieser Art in der Stadt. Beide Partner profitierten vom Sonderverkauf. Und für die Lilien-Anhänger sei es ein zusätzlicher Service, weil sie nicht immer extra ans Stadion müssten und auch die Öffnungszeiten großzügiger seien. Auch die Aktion des verpartnerten Baumarkts findet er gut: „Prinzipiell ist es eine schöne Sache, weil es den Erfolg nach außen trägt.“ Und schließlich sei das übergeordnete Ziel: „Dass wir die Stadt in Blau-Weiß tauchen.“ (aw)

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