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Lilien- und Gladbachfans vereint

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Gladbach-Fan und Lilien-Sympatisant Frank Landzettel aus Roßdorf in seinem Fanzimmer.
Gladbach-Fan und Lilien-Sympatisant Frank Landzettel aus Roßdorf in seinem Fanzimmer. © Guido Schiek

Erst an den Eingängen des Stadions werden sich die Wege von Fohlen- und Lilienfans trennen. Davor und danach herrscht Eintracht im Bus - bei einer ganz besonderen Fahrt der Lilien- und Gladbachfans.

Mehr als tausend Fanclubs unterstützen die Borussia aus Mönchengladbach. Der größte von ihnen mit 720 Mitgliedern kommt nicht vom Niederrhein, sondern aus Roßdorf im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Die Odenwäler Fohlen besuchen seit ihrer Gründung im Jahr 2002 acht bis zehn Heimspiele pro Saison. Auf das nächste am Sonntag freuen sie sich ganz besonders.

Wenn sich der Fanbus um 12 Uhr von Gersprenz über Roßdorf nach Darmstadt und weiter nach Mönchengladbach auf den Weg macht, sind unter den 60 Fußballbegeisterten auch etliche Anhänger des SV Darmstadt 98. „Viele Lilienfans finden unsere Touren zum Borussiapark klasse und haben sich in den vergangenen Jahren hin und wieder mit auf den Weg gemacht“, sagt Frank Landzettel, der Vorsitzende des Fanclubs.

Weil sie die Organisation und die Stimmung im Bus schätzten, kam die Frage auf, ob sie nicht auch beim Aufeinandertreffen der beiden Erstligateams zusammen nach Gladbach fahren könnten.

Erst an den Eingängen des gut 54 000 Zuschauer fassenden Stadions werden sich die Wege von Fohlen- und Lilienfans trennen. Davor und danach herrscht Eintracht im Bus, ist sich Landzettel sicher. Um die freundschaftliche Atmosphäre zu bestärken, wird der 48-Jährige einen ganz besonderen Schal im Fahrzeug aufhängen, der an das letzte Aufeinandertreffen der beiden Vereine erinnert.

Am 4. August 2013 schafften die Südhessen, damals noch Drittligist, die Sensation: Bei drückender Hitze warfen die Lilien den Bundesligisten in der ersten Runde nach Elfmeterschießen aus dem DFB-Pokal.

"Das wird ein tolles Ereignis“

Für Sonntag erwartet Landzettel aber einen 2:0-Heimsieg, „damit wir nicht mit vier Niederlagen in Folge das Jahr abschließen“. Der Roßdörfer ist schon lange mit den Lilien verbandelt. „Ich war zwar schon immer Gladbach-Fan“, erinnert sich der Beamte in der Kirchenverwaltung Darmstadt. Mit sechs Jahren saß er gebannt vor dem Radio und hörte die Übertragungen vom Bökelberg, als Vogts, Netzer und Heynckes begeisternden Fußball spielten. Doch seine Eltern waren nicht so sehr vom Fohlen-Virus infiziert, als dass es für einen Besuch am Niederrhein gereicht hätte.

„Meine ersten Zweitligaspiele habe ich daher am Böllenfalltor gesehen.“ Auch heute noch besucht Landzettel das Stadion in Darmstadt – immer dann, wenn es keine Terminkollision mit der Gladbacher Elf gibt. „Vor zwei Jahren hätte ja noch keiner gedacht, dass es mal zu einem Spiel der beiden Mannschaften in der ersten Liga kommen würde. Das wird ein tolles Ereignis.“ Zur Partie am Sonntag wird Landzettel „in voller Gladbach-Montur“ gehen, da gibt es keine zwei Meinungen.

Eine besondere Erinnerung an die letzte Begegnung von Fohlen und Lilien am „Bölle“ in der Bundesliga hängt bei Landzettel im Fan-Zimmer. Auf einem Plakat wird die Partie vom 19. Dezember 1981 angekündigt. Das Spiel endete 1:1. Bei diesem Ergebnis hätten am Sonntag die Fans beider Lager etwas zu feiern. (ers)

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