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Lichtwiesenbahn in Darmstadt: Projekt durchgezogen

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Von: Jens Joachim

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Symbolische Streckenfreigabe mit TU-Kanzler Manfred Efinger, Heag mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier, Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und Stadtrat Michael Kolmer (von li.).
Symbolische Streckenfreigabe mit TU-Kanzler Manfred Efinger, Heag mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier, Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir, Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch und Stadtrat Michael Kolmer (von li.). © Jens Joachim

Mit der Inbetriebnahme der Lichtwiesenbahn ist die Verkehrswende in Darmstadt wieder ein kleines Stück weit vorangekommen – allerdings auf Kosten von etlichen Bäumen.

Jahrelang wurde um sie gerungen, wurde über sie mitunter heftig diskutiert, gegen sie und auch für sie demonstriert: Am frühen Montagmorgen nun hat die in Darmstadt umstrittene Straßenbahnlinie 2 zwischen dem Darmstädter Hauptbahnhof und dem Außencampus Lichtwiese der Technischen Universität (TU) Darmstadt ihren Betrieb aufgenommen. Doch wer gedacht hatte, die einst lautstarken Gegnerinnen und Gegner der Tramlinie würden noch einmal gegen das Projekt mobil machen, der hatte sich geirrt.

Die Bürgerinitiative Pro-Lichtwiese und ihr politischer Arm, die Wählergemeinschaft Darmstadt, die seit der Kommunalwahl mit lediglich einem Stadtverordneten im Stadtparlament vertreten ist, beließen es bei einer Mitteilung, in der abermals vor allem die aus ihrer Sicht falsche Streckenführung kritisiert wurde. Es ist müßig, darüber jetzt nochmals zu diskutieren.

Die neue Straßenbahntrasse führt entlang des Lichtwiesenwegs und am Hochschulstadion vorbei.
Die neue Straßenbahntrasse führt entlang des Lichtwiesenwegs und am Hochschulstadion vorbei. © Rolf Oeser

Lichtwiesenbahn wurde in Darmstadt gegen heftigen Widerstand durchgesetzt

Letztlich hat sich Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) und die ihn tragende grün-schwarze Koalition vom mitunter recht heftigen Widerstand und auch fragwürdigen Strafanzeigen nicht beirren lassen. Das Prestigeprojekt, dessen Kosten sich fast verdoppelt haben, wurde mit zum Teil hauchdünnen Mehrheiten durchgezogen. Dabei wurde lange versäumt, eines der größten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahrzehnte kommunikativ in einen größeren Kontext zu stellen.

Denn bei der Lichtwiesenbahn handelt es sich mitnichten nur um den vermutlich inzwischen unwirtschaftlichen Bau einer etwas mehr als einen Kilometer langen Tramstrecke, sondern um eine deutlich attraktivere Verkehrsverbindung zwischen dem Hauptbahnhof und dem TU-Campus, der mit seinen tagsüber 10 000 Menschen nun endlich adäquat an das Tramnetz der Stadt angebunden ist. Die Verkehrswende in Darmstadt ist somit wieder ein kleines Stück vorangekommen – allerdings auf Kosten von etlichen Bäumen.

Lichtwiesenbahn rollt zum Außencampus der TU

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