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Leiche identifiziert

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Blaulicht. (Symbolbild)
Blaulicht. (Symbolbild) © dpa

Ein seit fast zwei Jahren vermisster Mann ist jene Leiche, die am 8. Oktober im Wald von Seeheim-Jugenheim entdeckt worden war. Die Polizei vermutet, dass der 64-jährige Werner Schäfer Opfer eines Verbrechens wurde.

Die Identität des Toten, dessen sterbliche Überreste am 8. Oktober im Wald von Seeheim-Jugenheim gefunden worden waren, ist geklärt. Das teilte die Polizei gestern mit. Es handelt sich demnach um den seit Ende August 2010 vermissten Werner Schäfer aus Darmstadt. Wann genau der zum Zeitpunkt seines Verschwindens 64 Jahre alte Mann verstarb und wie er zu Tode kam, ist bislang unklar.

Wie die Polizei erklärte, liegt der Todeszeitpunkt über ein Jahr zurück. Derzeit gehen die Ermittlungsbehörden von einem Verbrechen aus. Sie sehen einen Zusammenhang mit illegalen Reifen- und Felgengeschäften, in die Werner Schäfer zu Lebzeiten verstrickt war.

Wildwuchs im Garten

Nach den bisherigen Ermittlungen verschwand Schäfer zwischen dem 22. und 28. August 2010. Am 22. August 2010 hatte er noch als Aushilfe an einem Imbiss-Stand auf dem Markt in Bad Vilbel gearbeitet. Am 23. August 2010 wurde ein kleiner Geldbetrag von seinem Bankkonto überwiesen. Der letzte Hinweis auf Schäfer war eine in seiner Darmstädter Wohnung gefundene Fernsehzeitschrift, bei der das Programm vom 27. August 2010 aufgeschlagen war.

Die Ermittlungen zum Verschwinden des alleinstehenden Mannes wurden jedoch erst Ende Oktober 2010 ausgelöst. Eine Gartenpächterin hatte sich bei den Beamten gemeldet, weil sie sich über den Wildwuchs im Garten des als penibel geltenden Nachbarn gewundert hatte.

Strohmann für Internethandel

Im Zusammenhang mit illegalen Geschäften mit Billigfelgen im Internet, für die Schäfer als Strohmann fungiert haben soll, hatte die Kriminalpolizei am 12. April 2011 Lagerhallen und Autowerkstätten in Darmstadt, Reinheim und Roßdorf durchsucht.

Anhaltspunkte zum Verschwinden von Werner Schäfer fanden sich damals jedoch nicht. Die Polizei nahm allerdings drei Männer im Alter von 47, 38 und 22 Jahren fest und stellte umfangreiches Beweismaterial für einen gewerbs- und bandenmäßigen Betrug mit chinesischen Billigfelgen sicher.

Schäfers 47 Jahre alter Geschäftspartner wurde in erster Instanz verurteilt. Derzeit läuft ein Revisionsverfahren. (ers.)

Hinweise zum Verschwinden Werner Schäfers nimmt die Polizei unter 06151/9690 entgegen.

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