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Lehren zwischen Südhessen und Italien

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Gerd Blecher, der Leiter der Viktoriaschule, geht mit 69 Jahren in Pension. Es ist aber nicht zu befürchten, dass er nun nichts mehr zu tun hätte.

Er kam, sah – und hielt (fast) Wort. „Ich mache fünf Jahre“, hatte Gerd Blecher im Sommer 2009 gesagt, als er sich gegenüber der Schulaufsichtsbehörde verpflichtete, als Nachfolger von Gertrud Meyer-Sauerwein die Leitung der Viktoriaschule (Viko) in Darmstadt zu übernehmen und sozusagen in die Verlängerung zu gehen. Es wurden sechs Jahre daraus, nun aber endet auch die letzte vieler Etappen, die der heute 69-Jährige zusammenfassend als „kleine Epochen mit jeweils anderen Aufgaben“ umschreibt.

Blechers beruflicher Wirkungskreis ist räumlich eng begrenzt: Studium (Germanistik, Politikwissenschaft) in Frankfurt, Referendariat in Groß-Bieberau, Lehrer an der Justus-Liebig-Schule, der Eleonorenschule, am Alten Kurfürstlichen Gymnasium in Bensheim, Leitung des Ludwig-Georgs-Gymnasiums und der Viko; dazwischen lag ein Abstecher zum Staatlichen Schulamt Bergstraße. Soweit Blechers südhessische Vita. Doch da gibt es noch die italienische: sieben Jahre an der Deutschen Schule in Rom, acht an der in Mailand, jeweils als Leiter. „Es waren Schulen mit jeweils ganz anderen Schwerpunktsetzungen“, sagt Blecher rückblickend.

Er hat in der Viko von Anfang an auf ein gutes Fundament bauen können: gutes Klima, hohes Maß an demokratischem Empfinden, drei ständige Arbeitsgruppen als Basis der konzeptionellen Arbeit. Blecher sagt, der G8/G9-Diskussion habe das gut getan. Das Für und Wider sei in allen Schulgremien ausführlich diskutiert worden, die Abstimmung im Kollegium „ein deutliches Votum“ für G9 (ab 2016/17) gewesen. Ebenso eindeutig habe man entschieden: „Wir lassen uns zwei Jahre Zeit.“ Somit hat Blechers Nachfolger – der, zumindest offiziell, noch nicht feststeht – Zeit, sich darauf vorzubereiten. Dass es an der Viko mit 850 Schülern sowie etwa 80 Lehrkräften räumlich auf Dauer noch enger wird, müsste Blecher nicht mehr interessieren. Dass er sich damit beschäftigt, zeigt: Er ist bis zum Schluss dabei.

Und Blechers Wesen gibt keinen Anlass zu befürchten, dass er künftig nichts mit sich anzufangen weiß. Sein Engagement im Förderverein Park Rosenhöhe ist ein Indiz dafür, ein anderes, dass er viele persönliche Beziehungen aus dem Berufsleben auch in der Zukunft pflegen möchte. (how)

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