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TU legt stürmisches Tempo vor

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In direkter Nachbarschaft zum Darmstadtium ist in wenigen Monaten ein Gebäude für die Technische Universität entstanden.
In direkter Nachbarschaft zum Darmstadtium ist in wenigen Monaten ein Gebäude für die Technische Universität entstanden. © andré hirtz

Die Technische Universität errichtet auf dem Campus Stadtmitte einen Erweiterungsbau Elektro- und Informationstechnik (EET). Am Montag feierten Vertreter von Universität, Stadt und Baufirmen Richtfest zwischen Darmstadtium und Hochspannungshalle.

Baudezernentin Cornelia Zuschke (parteilos) nutzte dies auch für eine persönliche Rückschau. „2012 war ich zum ersten Mal im Gestaltungsbeirat, und ein Spaziergang führte uns genau hierher“, erzählte sie den Bauleuten, Planern und Universitätsangehörigen, die in die Fraunhoferstraße gekommen waren, um die Fertigstellung des EET-Rohbaus zu feiern.

Schon damals sei über den Standort zwischen Darmstadtium und Hochspannungshalle gesprochen worden, die Planungen waren allerdings noch ganz am Anfang. Im Juli dieses Jahres – Zuschke war erst seit wenigen Wochen Baudezernentin – hatte sie dann die Baugenehmigung auf dem Tisch. Von da an ging alles ganz schnell. „Eine stürmische Universität“, sagt Zuschke.

Auch TU-Kanzler Manfred Efinger wurde beim Richtfest persönlich: „Wenn ich in letzter Zeit niedergeschlagen war, bin ich an der Baustelle hier vorbeigelaufen.“ Das Tempo, mit dem gearbeitet wurde, habe ihn stets aufgemuntert. Diese Geschwindigkeit wünscht sich Efinger auch für den nun anstehenden Innenausbau: Im September 2015 soll der Neubau an den Fachbereich Elektro- und Informationstechnik übergeben werden.

Auf insgesamt 1850 Quadratmetern, verteilt auf sechs Geschosse, bietet der Bau Platz für studentische Arbeitsplätze, Seminarräume und Büros. Zwei Lehrstühle, Stromrichtertechnik und Hochspannungstechnik, ziehen dort ein.

Dringend benötigter Platz

Im Erdgeschoss entstehen ein Lernzentrum für Studenten und ein „elektronisches Klassenzimmer“ mit miteinander verbundenen Computerarbeitsplätzen. Der Platz sei dringend nötig, sagt Jürgen Adamy, Dekan des Fachbereichs: „Die Universitätslandschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. In den neunziger Jahren beschäftigte ein Lehrstuhl etwa acht bis neun Doktoranden, heute sind es über zwanzig.“

Besonders das Umfeld des Neubaus sei eine Herausforderung für die Planung des EET gewesen, erklärt Efinger: „In direkter Nachbarschaft stehen das Darmstadtium mit seiner sehr eigentümlichen Architektursprache, der Fraunhofer-Forschungsbau und die Hochspannungshalle.“ Man habe sich weder an Gebäude aus den Fünfziger Jahren anbiedern noch ein „Darmstadtium 2“ bauen wollen.

Deshalb gewann ein Entwurf des Frankfurter Planungsbüros Rohling PBR, der den anderen Bauten Raum lässt. Fünf Millionen Euro hat der Neubau mit einer vorgehängten gerasterten Natursteinfassade gekostet, finanziert zum größten Teil aus Landes- und Bundesmitteln. Für Zuschke ist der Innenstadt-Campus prägend für die Stadt: „Vom Schlossturm aus sieht man, wie sich die Uni nach der Kriegszerstörung hier ausbreitete. Sie hat sich mittenhinein gesetzt.“ (ers)

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