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Legalisierter Raub

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Im Rüsselsheimer Stadtmuseum ist bis zum 19. April eine Ausstellung über Enteignungen der Juden in Hessen zu sehen. Möglich ist das, weil die Täter penibel Buch führten.

Mit der „Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 bis 1945“ beschäftigt sich eine Sonderausstellung im Rüsselsheimer Stadtmuseum. Am Sonntag wurde die Schau mit dem Titel „Legalisierter Raub“ von Kulturdezernent Dennis Grieser (Grüne) und dem früheren Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) eröffnet.

Die Ausstellung zeichnet die Enteignung der Juden im Nazi-Regime nach. Möglich ist das, weil die Täter penibel Buch führten: Listen mit dem zu versteigernden Mobiliar derer, die zuvor deportiert worden waren, wurden ordnungsgemäß abgesegnet, mehrfach abgestempelt, unterschrieben und abgeheftet. Heute liegen etliche davon in den Vitrinen des Stadtmuseums.

Nach Kriegsende mussten sich die Überlebenden mit einer demütigenden Bürokratie auseinandersetzen. Ein Schreiben aus dem Jahr 1953 belegt die kühle Aufforderung, dass ein wegen der Naziherrschaft ausgewanderter Rüsselsheimer Belege vorlegen möge, die eine Entschädigung rechtfertigen könnten.

Die Schau ist bis zum 19. April zu sehen: dienstags bis freitags von 9 bis 13 Uhr sowie 14 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Informationen gibt es auch im Internet auf www.museum-ruesselsheim.de. (eda)

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