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Lebenslange Haft gefordert

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Einem Pfungstädter, der im Darmstädter Martinsviertel auf einen Mann tödliche Schüsse abgab, droht eine Verurteilung wegen Mordes.

Am Ende des Prozesses um tödliche Schüsse auf einen Darmstädter im Martinsviertel hängt das Schicksal des angeklagten 34-Jährigen aus Pfungstadt vor allem von der Frage ab, ob die Schwurgerichtskammer des Landgerichts bei dem Verbrechen die Mordmerkmale der niedrigen Beweggründe und der Heimtücke erfüllt sieht. Die Täterschaft des aus der Türkei stammenden Mannes steht außer Frage, er hat sie von Anfang an eingeräumt.

Angeklagter hat die Tat gestanden

Das Gericht muss nun entscheiden, ob es die Tat als Mord wertet, wie es die Staatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer tat. In diesem Fall sieht das Gesetz eine lebenslange Haftstrafe vor. Die Verteidiger sprachen hingegen von Totschlag als Folge einer „extremen affektiven Aufladung“.

Der Angeklagte selbst tat sich keinen Gefallen, als er zwar sein Bedauern erklärte, die Tat aber als geradezu unvermeidliche Folge einer angeblichen Beleidigung durch das Opfer darstellte: „Für jeden Ehemann, der seine Frau liebt, egal ob Türke, Kurde oder Deutscher, wäre das, was mir gesagt wurde, zuviel gewesen.“ Zu spät zog ihm ein Verteidiger das Mikrofon weg.

Präzise fasste die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer die Beweisaufnahme zusammen, unter anderem das Verletzungsbild des Opfers. Demnach trafen zwei Geschosse in den Rücken, es folgten ein Streifschuss und zwei Treffer von vorn, die offenbar auf den schon am Boden Liegenden abgefeuert wurden. „Das Opfer war arg- und wehrlos.“ Damit sei das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Das Gericht will am Freitag sein Urteil verkünden. (bad)

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