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Larem gegen B?38-Verlängerung

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Über Grube Messel könnte eine Verbindung nach Darmstadt führen.
Über Grube Messel könnte eine Verbindung nach Darmstadt führen. © Karl-Heinz Bärtl

Der SPD-Bürgermeister der Gemeinde Messel zweifelt an Sinn der Alternative zur Darmstädter Nordostumgehung.

Mit ihm werde es keine Verlängerung oder Anbindung der Bundesstraße?38 bei Roßdorf über den Ortsteil Grube und die Gemeinde Messel geben, stellt Bürgermeister Andreas Larem (SPD) in einer amtlichen Bekanntmachung im Nachrichtenblatt der Kommune klar.

Die von den Landräten Klaus Peter Schellhaas (SPD) und Dietrich Kübler (Odenwald) initiierte Machbarkeitsstudie zur Prüfung einer Alternative zur östlichen Umfahrung von Darmstadt bilde für ihn weder eine „rechtliche Grundlage, noch gibt sie Auskunft über die Sinn- und Zweckmäßigkeit einer Umsetzung“, schreibt der Verwaltungschef weiter. „Auf reine subjektive ungeprüfte Einschätzungen von Laien – gerade beim Straßenverkehr – gebe ich überhaupt nichts“, heißt in der Stellungnahme Larems wörtlich.

Kritik an Machbarkeitsstudie

Der hessische Verkehrsminister Florian Rentsch (FDP) hatte im Beisein der Landräte und der Bürgermeister Joachim Ruppert (SPD, Groß-Umstadt), Achim Grimm (CDU, Groß-Zimmern), Werner Thomas (parteilos, Dieburg) und Christel Sprößler (SPD, Roßdorf) auch die Finanzierung der Machbarkeitsstudie zugesagt. Deren Ergebnisse können möglicherweise bis Ende des Jahres vorliegen. Bürgermeister Larem war der Präsentation Anfang März fern geblieben und hatte den Messeler Stand auf der Tourismusbörse ITB in Berlin besucht.

Die Forderung des Ministers nach einer „ordentlichen Weiterentwicklung“ der Verkehrsinfrastruktur für die Region stellt Larem infrage: „Was soll für wen weiterentwickelt werden und auf wessen Kosten?“

Schon von Beginn an habe er in Diskussionen über Alternativen zur abgeplanten Nordostumgehung gegenüber Landrat Schellhaas und den Bürgermeisterkollegen seine Position „unmissverständlich klar gemacht“. Eine Straßenführung durch den Wald sei für ihn keine Lösung. Larem bemängelt zudem das Fehlen eines „komplexen Plans aus einer Mischung von ÖPNV/Bahn und Straße“.

Der Bürgermeister kündigte an, sich in den nächsten Tagen und Wochen mit Rentsch, dem Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne), im Landkreis tätigen Speditionen sowie Hessen Mobil treffen und die Öffentlichkeit zeitnah informieren zu wollen. Erste Gespräche seien im April bereits verabredet.

"Keinesfalls konkret"

Landrat Schellhaas betonte auf Nachfrage, dass die Verlängerung der B?38 durch den Wald keineswegs eine konkret ins Auge gefasste Variante darstelle. „Die Machbarkeitsstudie für den gesamten Korridor durch den Wald ist völlig ergebnisoffen. Alles wird beleuchtet“, erklärte Schellhaas. Dazu gehörten auch die Verkehrsströme durch Darmstadt und Dieburg. Es könne sich ja auch herausstellen, dass eine Umgehung der Stadt auf Kreisgebiet gar nicht machbar sei.

In diesem Zusammenhang hat sich auch die CDU-Kreistagsfraktion zur Machbarkeitsstudie zu Wort gemeldet. Sie will den Prüfungsauftrag erweitern: Zusätzlich soll die Möglichkeit geprüft werden, die Trasse vom jetzigen Ende der Bundesstraße?38 an der B?26 vorbei an Messel bis zur B?3 in Höhe Wixhausen/Erzhausen zu führen.

Weiter soll ein Anschluss der B?3 zwischen Erzhausen und Wixhausen an die A?5 untersucht werden. (tim.)

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