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Langer Weg zur Modellschule

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Nach dreijähriger Sanierung bietet die Bessunger Schule ein neues Lernumfeld. Der schlichte, graue Kasten aus den Siebzigern ist verschwunden. Sechs Millionen Euro hat die Sanierung gekostet.

Leises, von Bitterkeit getränktes Lachen erklingt in der Turnhalle der Bessunger Schule. Zur offiziellen Einweihungsfeier hat Schulleiterin Gisela Moser eine Bildercollage der gut dreijährigen Sanierungsphase des Gebäudes vorbereitet. Zu sehen sind auch Fotos, die die Bessunger Schule vor dem Komplett-Lifting zeigen: mit Betonwänden, an denen die Witterung ihre hässlichen schwarzen Spuren hinterlassen hat, mit Schmierereien, die gedankenlose Zeitgenossen aufgesprüht haben.

Das zurückhaltende Lachen in den Zuschauerrängen lässt darauf schließen, dass vielen der Schandfleck in der Ludwigshöhstraße noch in guter Erinnerung ist. "Das war ein schlichter grauer Kasten aus den Siebzigern", beschreibt Stadtrat Dierk Molter (FDP) diplomatisch das ursprüngliche Gebäude.

Heute ist davon nichts mehr zu sehen. "Die Mühen haben sich gelohnt", sagt Architektin Annette Kellner vom Büro KKS-Architekten. Sie berichtet über die Sanierung, die insgesamt sechs Millionen Euro gekostet hat. 2006 wurde mit den Ausbesserungsarbeiten bei weiterhin laufendem Unterricht begonnen. Der veraltete Wärme- und Brandschutz, die "desolate Gebäudeausstattung" sowie der unattraktive Eingang standen zunächst im Fokus. Dann Ende 2007 der Schreckensbefund: Asbest. Die Schule wird geräumt. "Es ist, als ob sie einen Wasserschaden haben und von jetzt auf gleich ausziehen müssen", sagt Schulelternbeiratsvorsitzende Christiane Nauheim-Baltas.

Notbetrieb im Container

"Ich hatte zwei Jahre kein Wochenende, keine Freizeit, das geht an die Substanz", ergänzt Gisela Moser. Wichtigstes Ziel sei gewesen, für die gut 400 Schüler ein gemeinsames Ausweichquartier zu organisieren. Das wurde in einer Containersiedlung am Donnersbergring gefunden. Bis dahin boten Darmstädter Schulen und Vereine Unterschlupf.

"Ich habe meiner Tochter im Scherz gesagt, sie gehe jetzt schon aufs Gymnasium, weil sie mit ihrer Klasse eine Zeit lang in der Edith-Stein-Schule untergebracht war", sagt Karin Weber, zweite Vorsitzende des Fördervereins der Bessunger Schule.

Der Unterricht läuft seit einem Jahr wieder: mit neuer Bibliothek, mehr Fläche für Betreuung abseits des Lehrplans und einer Ausstattung mit Smart Boards genannten interaktiven Tafeln, die in Darmstadt Pioniercharakter hat. "Wir sind jetzt eine Modellschule mit einzigartigem Lernumfeld", sagt Gisela Moser. (eda)

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