Der kleine Elliot Peiz aus Erzhausen ist am Mittwochabend gestorben. Er hatte Nervenkrebs an der Wirbelsäule. Die Eltern hatten Spenden für eine Spezialbehandlung in New York gesammelt. 
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Der kleine Elliot Peiz aus Erzhausen ist am Mittwochabend gestorben. Er hatte Nervenkrebs an der Wirbelsäule. Die Eltern hatten Spenden für eine Spezialbehandlung in New York gesammelt. 

Hilfsaktion

Kleiner Kämpfer Elliot aus Erzhausen erliegt in New York Krebsleiden

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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  • Jens Joachim
    Jens Joachim
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Für den Jungen aus Erzhausen, der an einem extrem aggressiven Nervenkrebs erkrankt war, gab es in der Rhein-Main-Region etliche Spendenaktionen. Am Aschermittwoch ist er nun verstorben.

Update vom Freitag, 28. Februar 2020, 11:30 Uhr: Traurige Nachricht aus New York: Der kleine Elliot aus der Gemeinde Erzhausen im Kreis Darmstadt-Dieburg bei Langen ist tot. Er wurde nur fünf Jahre alt. Wie seine Eltern auf der Facebook-Seite „Rette Elliot“ am Freitagmorgen mitteilten, starb ihr Sohn bereits am Aschermittwoch-Abend im Kreis seiner Familie. Für den todkranken Jungen, der seit 2017 an einem bösartigen und extrem aggressiven Nervenkrebs, einem Neuroblastom, erkrankt war, hatte es in der Rhein-Main-Region in den vergangenen Monaten zahlreiche Spendenaktionen von Vereinen, Privatleuten und auch Kindern gegeben. Dabei wurden rund anderthalb Millionen Euro gesammelt, um Elliot im „Memorial Sloan Kettering Cancer Center“ in New York mit einer Spezialtherapie behandeln zu können.

„Dieser Junge liegt uns am Herzen“, hatten etwa zwei Schülerinnen der Stadtteilschule im Darmstädter Stadtteil Arheilgen eine entsprechende Spendenaktion vor einigen Monaten begründet. Fans des Fußball-Erstligisten Eintracht Frankfurt zeigten im Stadion ein Unterstützungsbanner mit der Aufschrift „Kämpfen und Siegen Elliot“. Der kleine Kämpfer Elliot war ein begeisterter Anhänger der Frankfurter Eintracht. Die Traditionsmannschaft der Eintracht trat Ende September vorigen Jahres gegen eine Altherrenmannschaft des SV Erzhausen an, um Elliot und seiner Familie zu helfen.

Auch Fans des Fußball-Zweitligisten SV Darmstadt 98 unterstützten die Hilfsaktion der Familie. So rief die Fan- und Förderabteilung auf ihrer Internetseite zu Spenden auf.

Elliots Eltern: „Wir tragen dein Herz in unseren Herzen“

Elliots Eltern schrieben am Freitagmorgen in ihrem Facebook-Eintrag: „Wir tragen dein Herz. Nie sind wir ohne es. Wohin wir auch gehen, gehst auch du, unser Schatz. Wir tragen dein Herz. Wir tragen es in unseren Herzen.“ Elliot sei am Mittwochabend „friedlich eingeschlafen“, nachdem er „schmusend bei Papa und Mama“ gelegen habe, die sein zartes Händchen gehalten hätten. Auch Elliots Großeltern hätten ihn gestreichelt, heißt es in dem Facebook-Eintrag.

„Bitte sagt nicht, Elliot hätte den Kampf gegen den Krebs verloren“

Und weiter äußerten die Eltern: „Bitte sagt nicht, Elliot hätte den Kampf gegen den Krebs verloren. Das würde uns sehr traurig machen. Elliot war stark, mutig und tapfer. Er musste so viel ertragen. Elliot war kein Verlierer.“

Elliot sei „jetzt an einem besseren Ort, ohne Schmerzen“. „Er war das tollste Kind, das wir uns wünschen konnten“. Elliots Eltern schrieben, sie seien so dankbar für die Zeit, die sie zusammen mit ihrem Sohn verbracht hätten. Elliot hinterlasse „wunderschöne Erinnerungen und eine sehr große Lücke“. Mit den Worten „Wir werden ihn für immer lieben und vermissen“, schließt der Eintrag.

„Wenn aus einem kleinen Adler und Löwe ein Engel wird“

Der SV Erzhausen, der zugunsten der Spendenaktion „Rette Elliot“ unter dem Motto „Wir sind alle Erzhäuser Jungs“ unterstützt hatte, schrieb am Freitag in einer Trauerbotschaft auf Facebook: „Leider hat uns die Nachricht erreicht, dass unser kleiner Adler und kämpfender Löwe nun zu einem Engel wurde.“ Zwar sei der nur Fünfjährige nun gestorben. Trotzdem sei er „vom Krebs nie besiegt“ worden. „Der Krebs war niemals stärker, tapferer oder schlauer als Elliot.“

Aktualisierte Erstmeldung vom 16.08.2019, 17:28 Uhr: Einen Monat ist es her, da haben Katinka und Sven Peiz aus einem Ort nahe Langen erstmals öffentlich gemacht, dass ihr Sohn Elliot todkrank ist und eine spezielle, sehr teure Immuntherapie benötigt, die sein Leben retten könnte, aber aus eigenen Mitteln finanziert werden muss. Die Resonanz ist riesig: Mittlerweile sind 500 000 Euro an Spenden eingegangen. Aber das Geld reicht immer noch nicht, um die Spezialtherapie in den USA zu bezahlen, mit der der aggressive Nervenkrebs, ein sogenanntes Neuroblastom, an der Wirbelsäule besiegt werden könnte.

Bisher hatten die Eltern gehofft, dass der kleine Elliot in einer Klinik in Barcelona ein erfolgversprechendes Medikament im Rahmen einer Studie erhalten könnte. „Die 500 000 Euro an Spenden hätten dafür dicke gereicht“, sagt Katinka Peiz. Doch vor wenigen Tagen kam von dort die Absage, weil der kleine, schmächtige Junge die Studienkriterien nicht erfüllt.

Spenden sind unter dem Verwendungszweck „Elliot“ erbeten an den Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder bei der Sparkasse Darmstadt, IBAN: DE79 5085 0150 0000 7813 20, oder für die Crowdfunding-Kampagne „Viele schaffen mehr“ der Volksbank Dreieich, oder über www.paypal.me/retteelliot.

Damit bleibt den Eltern eine letzte Chance für eine Immuntherapie bei einem Spezialisten in New York. 700 000 Euro soll das kosten. Allerdings gibt es ein großes Problem: Die sieben dort angedachten Zyklen mit der Immuntherapie Naxitamab erfordern jeweils zusätzlich die Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung. Die New Yorker Klinik will mit der Frankfurter Uniklinik zusammenarbeiten, für Elliot würde das sieben Flüge bedeuten. „Beim Abheben und Landen hätte er große Schmerzen an seinem Tumor an der Wirbelsäule“, sagt seine Mutter.

Deshalb hat die New Yorker Klinik jetzt auch ein Komplettpaket angeboten. Kosten: 1,4 Millionen Euro, bezahlt werden muss im Voraus. „Wir sammeln jetzt erst mal weiter, sind froh, wenn wir die 700 000 Euro erreichen, damit es schon mal losgehen kann, weil der Krebs nicht wartet“, sagt Peiz.

Am Montag wird Elliot fünf Jahre alt. Es ist schon das zweite Mal, dass er gegen den Nervenkrebs kämpft. Anfang Juli 2017 hatten seine Eltern zum ersten Mal erfahren, dass ihr Sohn einen bösartigen Tumor hat, der schon Metastasen gebildet hatte. Es folgten 14 Monate stationäre Behandlung in der Uniklinik, die auch anschlug. Elliot konnte in den Kindergarten gehen. Im März dieses Jahres kam der Krebs zurück.

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