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Kurzfristiges Aus für Beschäftigte von Primark im Loop5 in Weiterstadt

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Von: Annette Schlegl

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Primark im Loop5 in Weiterstadt schließt vorzeitig zum 29. Oktober.
Primark im Loop5 in Weiterstadt schließt vorzeitig zum 29. Oktober. © Jens Joachim

Die Filiale des Textil-Discounters Primark im Einkaufszentrum Loop5 in Weiterstadt macht am Samstag zu. Der Betriebsrat hat „überfallartig“ davon erfahren.

Schock für die Beschäftigten des Textildiscounters Primark im Loop5 in Weiterstadt: Ihre Filiale im Einkaufszentrum soll am kommenden Samstag, 29. Oktober, schließen. Der Betriebsrat habe am Dienstag „überfallartig“ von dem kurzfristigen Aus für die Mitarbeiter:innen erfahren, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mit.

Eigentlich sollte das Geschäft im Loop5 erst zum 31. Januar 2023 zumachen. Primark schließt damit seinen allerersten Standort in Deutschland, ein weiterer in Berlin soll folgen. Die übrigen 32 Filialen sind nicht betroffen.

Schließung betrifft 95 Primark-Beschäftigte im Loop5 in Weiterstadt

Seit dem 15. März stehe schon fest, dass Primark im Loop5 schließe, sagte Horst Gobrecht vom Verdi-Bezirk Südhessen, Fachbereich Handel. „Das Geschäft läuft nicht so, wie es sich die Geschäftsleitung in Essen ausgemalt hat“, sagte er der FR. Noch bei den im August beendeten Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan sei von einer wahrscheinlichen Öffnung des Geschäfts bis Jahresende die Rede gewesen. Jetzt solle der Rückbau der Einrichtung schon am kommenden Montag beginnen. Warum die Schließung nun so „überhastet“ komme, sei gegenüber Verdi nicht begründet worden, berichtete Gobrecht.

Davon betroffen seien 95 Beschäftigte; das Gros von ihnen arbeite in Teilzeit. Alle bekommen ihr Gehalt noch bis zum 31. Januar 2023. „Als die Filiale im Jahr 2015 eröffnete, gab es 270 Beschäftigte“, sagte er. Bei Bekanntgabe der Schließung im März waren es noch 115.

Leiharbeit statt Arbeitszeiterhöhung in der Primark-Filiale im Loop5

Mehrere gerichtliche Eilverfahren seien in den vergangenen zwei Monaten anhängig gewesen, so Verdi. Die Geschäftsleitung von Primark habe sich nämlich geweigert, trotz hoher Krankenquote den noch vorhandenen Beschäftigten eine Erhöhung der Arbeitszeit zu ermöglichen.

Für die Verkäufer und Verkäuferinnen hätte dies nicht nur mehr Gehalt bedeutet, sondern auch ihre zu erwartenden Abfindungen wären höher ausgefallen. Rund 1,4 Monatsgehälter pro Beschäftigungsjahr habe der Betriebsrat gemeinsam mit Verdi mit dem Arbeitgeber ausgehandelt, sagte Gobrecht. Auch das Arbeitslosengeld wäre für die Beschäftigten so ein wenig angestiegen. Stattdessen habe die Geschäftsleitung für die notwendigen Arbeitsstunden wohl billigere Leiharbeiter:innen angeheuert.

Wechsel zu anderen Primark-Filialen ist kaum wahrscheinlich

Für die Weiterstädter Beschäftigten gibt es laut Gobrecht im Rahmen des Sozialplans die Regelung, in den Frankfurter Filialen auf der Zeil und im Nord-West-Zentrum sowie in der Filiale in Mannheim weiterbeschäftigt und bis Januar 2024 auch vorrangig eingestellt zu werden. Die Betriebsräte der Frankfurter Filialen sähen auch durchaus Personalbedarf, aber die Geschäftsleitung spreche von einem „Überhang“ an Mitarbeiter:innen. „Und wo kein Angebot, da auch kein Wechsel“, sagte Gobrecht - auch wenn die Hälfte der Weiterstädter Belegschaft durchaus interessiert sei, zu wechseln .

Noch hängt das Firmenschild an der Fassade des Einkaufszentrums in Weiterstadt.
Noch hängt das Firmenschild an der Fassade des Einkaufszentrums in Weiterstadt. © Jens Joachim

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