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Kurze Wege für Patienten

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Das Ärztehaus wird auf der Ecke von Grafenstraße (rechts) und Bleichstraße gebaut.
Das Ärztehaus wird auf der Ecke von Grafenstraße (rechts) und Bleichstraße gebaut. © Eicken und Mack

Ein neues Fachärztezentrum mit Platz für etwa 35 Praxen soll in den nächsten beiden Jahren für 17 Millionen Euro auf dem Gelände des Darmstädter Klinikums entstehen.

Ein neues Fachärztezentrum mit Platz für etwa 35 Praxen soll in den nächsten beiden Jahren für 17 Millionen Euro auf dem Gelände des Darmstädter Klinikums entstehen. Die Bauarbeiten sollen im April beginnen, hieß es gestern bei der Vorstellung des Projekts.

Das Zentrum wird an der Ecke von Grafenstraße und Bleichstraße direkt neben dem Blockheizkraftwerk gebaut und soll, so Architekt Rüdiger Ruby, ein "Fingerzeig Richtung Stadtzentrum" werden. "Das ist ein Stück Stadtreparatur", sagte Ruby mit Blick auf den aktuellen Zustand. Derzeit wird der Platz optisch vom Heizkraftwerk dominiert, daneben sind Kurzzeitparkplätze und alte Wirtschaftsgebäude, der Rest liegt brach. Die Stadt, davon ist der Architekt überzeugt, werde von dem Erscheinungsbild des Fachärztezentrums profitieren.

Enge Zusammenarbeit

In erster Linie entsteht das Zentrum aber für die Patienten. Ihnen kommen etwa die kurzen Wegen vom Zentrum ins Klinikum zugute, auch Terminabsprachen wären leichter möglich. Denkbar sei auch, dass Patienten aus dem Klinikum nach ihrer Entlassung im neuen Zentrum ambulant nachbehandelt werden, sagt Marcus Fleischhauer, Geschäftsführer des Klinikums.

Die Stadt Darmstadt hat als Eigentümerin das Gelände der Investorengruppe Biskupek-Scheinert über einen Erbpachtvertrag für 50 Jahre überlassen. Der Bauantrag soll Anfang März eingereicht werden, teilte Gesundheitsdezernent Dierk Molter (FDP) mit. Das Klinikum hat ein Mitspracherecht bei der Auswahl der Praxen, die in das Zentrum einziehen wollen. Allgemeinmediziner und Internisten haben keine Chance, Spezialisten wie Diabetologen, Kardiologen und Orthopäden hingegen schon. Die Klinik kann so ihr stationäres Angebot mit einem ambulanten Spektrum erweitern.

Und auch für die Fachärzte kann sich die bessere Verzahnung von ambulantem und stationärem Sektor lohnen. Angedacht ist beispielsweise die gemeinsame Nutzung von medizinischen Geräten und die gemeinsame Beschäftigung von Mitarbeitern. "Wir erhoffen uns einen regen Austausch", sagte dazu Fleischhauer. Auch Synergien beim Thema Weiterbildung und Ausbildung von medizinischem Fachpersonal seien denkbar.

Erste Anfragen von interessierten Fachärzten aus der Region rund um Darmstadt liegen bereits vor, zwei Mieter stehen sogar schon fest. In das Zentrum einziehen werden in jedem Fall die Spezialpflegeeinrichtung Bärenstark, die sich um Kinder kümmert, die künstlich beatmet werden müssen, und das Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation. Das Kuratorium hat seinen Standort derzeit an der Holzhofallee. Leiter Jürgen Geyer erhofft sich von dem Umzug weniger Reibungsverluste durch die räumliche Nähe zum Klinikum und eine bessere Kommunikation. (hin)

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