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Kurze Wege für Einbrecher

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Beim Bruch.
Beim Bruch. © dpa

Schmuck, Laptops und andere Wertsachen aus Wohnungen und Häusern sind im vergangenen Herbst und Winter mehr gestohlen worden als sonst. Vor allem entlang der Bergstraße. Dort sind die Einbrecher schnell auf der Autobahn wieder weg.

Die Zahl der Einbrüche im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist im Herbst und Winter um rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Insbesondere entlang der Bergstraße haben die Diebe immer wieder zugeschlagen, dabei Schmuck, Laptops und andere Wertsachen aus Wohnungen und Häusern gestohlen.

„Die Lage ist punktuell angespannt“, sagt Frank Taulien, Erster Kriminalhauptkommissar im Polizeipräsidium Südhessen und zuständig für regionale Eigentumsdelikte. Vom 1.?Oktober bis 22. März registrierte die Polizei in Darmstadt-Dieburg 350 Einbrüche. Damit ist der Landkreis Spitzenreiter vor Groß-Gerau (300 Taten), dem Kreis Bergstraße (220) und dem Odenwaldkreis (22).

Die geringe Zahl der Einbrüche im Odenwaldkreis erklärt sich laut Taulien durch die Vorlieben der Täter: „Sie schlagen gerne in infrastrukturell gut erschlossenen Gemeinden zu, etwa entlang der A?5, A?67 oder der B?3. Dort kommt man schnell hin und auch wieder weg.“ Der Bereich zwischen Darmstadt-Eberstadt und Lorsch sowie zwischen Bürstadt und Rüsselsheim sei in dieser Saison besonders stark betroffen. „In der Wintersaison 2009/2010 lag der Schwerpunkt noch im Osten von Darmstadt-Dieburg.“Mit einem neuen Präventionskonzept will die Polizei der Einbruchswelle entgegenwirken. Seit Anfang April sind an der Bergstraße zahlreiche uniformierte und zivile Einsatzkräfte zusätzlich unterwegs. „Ein Mehr an Kontrollen soll Täter verunsichern und verdrängen“, erläutert Taulien. „Zudem erhalten wir wertvolle Hinweise für die Fahndung.“

Banden aus Osteuropa

Bereits in den ersten Tagen seien acht Verdächtige ins Netz gegangen. Personalien und Kennzeichen wurden fest gestellt, Einbruchswerkzeug konfisziert. „Wenn jedoch keine Straftat nachgewiesen werden kann, müssen wir die Personen laufen lassen.“ Das Gebiet werde so unattraktiver für Banden, die oft aus Osteuropa stammten. „Das soll sich rumsprechen in deren Kreisen.“

Für die Sommermonate rechnet Taulien mit einer leichten Entspannung der Lage. „Bis vor einigen Jahren gab es im Sommer nur rund ein Viertel so viele Taten, wie in der dunklen Jahreszeit.“ Inzwischen seien die Rückgänge allerdings nicht mehr so stark: „Die Täter reisen nicht mehr zurück in die Heimat.“

Bereits im Februar hatte die Polizei mit einer Flugblattaktion begonnen, die Bürger für Einbruchsdelikte zu sensibilisieren. Seither gibt es bei der kriminalpolizeiliche Beratungsstelle vermehrt Anfragen nach Beratungsterminen. „Nachbarn tun sich zusammen und fragen, ob wir zu ihnen kommen können“, berichtet Beratungsstellenleiter Hans-Peter Kleinhanß. „Aus unserer Sicht hat sich die Aktion gelohnt.“(det)

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