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Das 1913/14 von Bernhard Hoetger für die Mathildenhöhe entworfene Löwentor bildet heute den Eingang zur Rosenhöhe in Darmstadt.

Darmstadt

Kunst auf Wiesen und am Wegesrand in Darmstadt

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Ein neues Fotobuch stellt aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Künstlervereinigung Arbeiten von Künstlern der „Darmstädter Sezession“ vor.

Das 100-jährige Bestehen der Künstlervereinigung „Darmstädter Sezession“ hat der Verleger Gerd Ohlhauser zum Anlass genommen, ein kleines, aber sehr feines opulentes Fotobuch über Kunstwerke herauszugeben, die in Darmstadt an Häuserfassaden angebracht sind, auf Grünflächen stehen oder – meist kaum beachtet – am Wegesrand zu finden sind. Von den mutmaßlich mehr als 500 Kunstwerken in Darmstadt stammt laut Ohlhauser mehr als die Hälfte von Mitgliedern der Darmstädter Sezession. Mit dem mehr als 380 Seiten umfassenden Buch wird der Darmstädter Stadtraum nun zum „Sezessionsmuseum“ erklärt. Die Skulpturen, Plastiken und Wandreliefs werden auf diese Weise „in einer bisher einmaligen Gesamtschau zugänglich gemacht“, schreibt der Verleger in seinem Vorwort.

„Sezessionsmuseum Darmstadt“ ist als Band 18 der „Edition Darmstadt“ bei Preface Book erschienen und kostet 14,80 Euro.

Der kleine Führer zu den Kunstwerken hilft dabei, die Stadt mit neuen Augen zu sehen. Die meisten Bilder in dem Buch stammen vom Darmstädter Fotografen Christoph Rau, der die Objekte mit seinem wachen Auge in den Fokus genommen hat. Das Skript stammt von der Literaturwissenschaftlerin Antje Voutta, die als Autorin, Texterin und Dozentin in Mühltal bei Darmstadt lebt.

In einer mehr als zweijährigen Arbeit haben Verleger Ohlhauser, Fotograf Rau und weitere Informanten 250 Objekte ausfindig gemacht, fotografiert, in einer Bestandsliste inventarisiert und mit Unterstützung des städtischen Vermessungsamtes in Lageplänen exakt verortet. Der Bestand des bei freiem Eintritt rund um die Uhr zugänglichen „Sezessionsmuseums Darmstadt“ wurde mit Hilfe des neuen Adresssystems „what3words“ digital erfasst. Das System rastert die Erde in drei mal drei Meter große Quadrate und codiert diese jeweils mit drei Worten, deren Kombination fast schon lyrisch wirken. Das 1913/14 von Bernhard Hoetger geschaffene Löwentor, das am Eingang zur Rosenhöhe steht, ist mithilfe einer App auf dem Mobiltelefon zum Beispiel unter der Zeichen- und Wort-Kombination „///farblich.begangen.beraten“ zu finden.

In dem Büchlein konnten jedoch nicht alle Kunstwerke, die von Darmstädter Sezessionisten geschaffen worden und im öffentlichen Raum zu finden sind, aufgenommen werden. Laut Ohlhauser und Rau konnten einige Arbeiten entweder nicht an den ermittelten Aufstellungsorten gefunden werden oder sie waren eingewachsen, gerade eingerüstet, beim Restaurator, verschwunden oder nachweislich gestohlen worden. Die Liste ist daher noch nicht vollständig. Ziel ist der Aufbau einer vollständigen und stets aktuellen Dokumentation des Inventars.

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