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Kunst finanziert Sanierung

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Das große Wasserbecken am Darmstädter Paulusplatz soll ab Juni erneuert werden.
Das große Wasserbecken am Darmstädter Paulusplatz soll ab Juni erneuert werden. © André Hirtz

Die Initiative Paulusplatz im Darmstädter Tintenviertel organisiert eine neue Spendenaktion für den zweiten Bauabschnitt.

Der Paulusplatz ist der Nabel des Darmstädter Tintenviertels. Rund um diese Oase zwischen Pauluskirche und Kirchenverwaltungsgebäude hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan: Etwa 680.000 Euro sind für verschiedene Sanierungsarbeiten im ersten Bauabschnitt ausgegeben worden – für Bauten, Balustraden und Brunnen.

Dazu steuerte die Initiative Paulusplatz, die inzwischen 125 Mitglieder hat, 175.000 Euro an Spendengeld bei. Die Stadt investierte 380.000 Euro. Weitere 25.000 Euro gab die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) dazu, je 50 000 Euro stammen vom Hessischen Denkmalschutz und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Jetzt ist die Initiative dabei, mehr Geld für den bereits begonnenen zweiten Bauabschnitt aufzutreiben. Er umfasst die Mauer an der Ohlystraße sowie Treppen am Niebergallweg und der Wittmannstraße. Die Sanierung des großen Wasserbeckens, das einen neuen Unterbau erhalten soll, beginnt im Juni.

Nach Einschätzung des Architekturbüros Rittmansperger wird es dabei – anders als beim ersten Bauabschnitt – keine größeren Überraschungen und Kostenexplosionen geben. Von den 260 000 Euro Gesamtkosten übernimmt die Initiative Paulusplatz bereits einen großen Teil. Doch das reicht noch nicht aus.

Zu Hilfe kamen der Darmstädter Künstler Thomas Duttenhoefer und der Darmstädter Verleger Thomas Reinheimer. Zum Preis von je 250 Euro verkauft die Initiative nun im Doppelpack das vom Gründungsmitglied der Initiative Joachim Schmidt geschriebene Buch „Paulusplatz-Geschichten“ sowie eine wertvolle Duttenhoefer-Radierung.

Gartengestaltung als Ziel

Duttenhoefer hat die Nymphe des oberen Brunnens mit dem Aquatinta-Verfahren abgebildet, das zur Zeit der Entstehung des Paulusplatzes um 1900 beliebt war. Die einst von Bildhauer Karl Killer gefertigte Figur nennt Joachim Schmidt scherzhaft „Killer-Lady“. Von der Duttenhoefer-Radierung „Brunnen-Nymphe“ wurden nur 50 Drucke hergestellt. Der Reinerlös der Aktion dürfte bei mehr als 10.000 Euro liegen.

Vielleicht kann schon im kommenden Herbst der Abschluss der Sanierung gefeiert werden. Joachim Schmidt zieht allerdings noch einen dritten Bauabschnitt in Betracht und ahnt, dass dieses, das Gartenpflegewerk, auch nicht gerade preiswert ausfallen wird. Art und Umfang hängen stark von der künftigen Nutzung des Areals ab.

Schmidt wünscht sich, dass der Platz belebt wird und „kein Park für Gassigeher mit angeschlossenem Kinderspielplatz oder Pausenhof der Kirchenmitarbeiter“ bleibt. Um das zu erreichen, ist ein belebendes Kultur- und Eventprogramm nötig – „aber dafür fühlt sich die Initiative nicht zuständig“. (pyp)

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