1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Kunst aus Schülerhänden im Darmstädter Wald

Erstellt:

Von: Annette Schlegl

Kommentare

„Wortgeflecht“ ist eine von 20 Installationen, die bei der jungen Waldkunst in Darmstadt zu sehen sind.
„Wortgeflecht“ ist eine von 20 Installationen, die bei der jungen Waldkunst in Darmstadt zu sehen sind. © Y-PR

14 Gymnasialklassen haben erstmals einen jungen Waldkunstpfad durch den Forst in Darmstadt gestaltet. 20 Installationen sind bis 23. Oktober zu sehen.

Wie wär’s mit einem Waldspaziergang mit Erlebnischarakter? Im Wald hinter dem Polizeipräsidium an der Klapp-acher Straße 145 in Darmstadt haben Kinder und Jugendliche ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und erstmals einen „jungen Waldkunstpfad“ gestaltet. Am Freitagnachmittag ist das besondere Schulprojekt eröffnet worden. 20 Installationen sind entstanden, die bis zum 23. Oktober an den Bäumen hängen bleiben – sofern sie so lange dem Wetter standhalten.

„Waldkunst-Experimente – Schüler:innen gestalten Kunst zwischen Poesie und Nachhaltigkeit“ ist der Titel des Projekts, das der Verein für Internationale Waldkunst zusammen mit der Lichtenbergschule realisiert hat. Die Schüler:innen eifern damit den international agierenden Künstlern und Künstlerinnen nach, die seit 2002 alle zwei Jahre in einem dreiwöchigen Symposium Exponate anfertigen, um sie dann im Wald auf einer Länge von mehr als drei Kilometern vom Böllenfalltor bis hin zur Ludwigshöhe der Öffentlichkeit zu präsentieren. Am 3. September wird dieser 11. Internationale Waldkunstpfad eröffnet; die Ausstellung ist dann ebenfalls bis zum 20. Oktober zu sehen.

Aber zurück zum „jungen Waldkunstpfad“: Schon länger sind der Verein für Internationale Waldkunst e. V. als Träger des Waldkunstpfades und das benachbarte Lichtenberg-Gymnasium über einen Partnerschaftsvertrag miteinander verbunden, was bereits in der Vergangenheit zu kleineren gemeinsamen Projekten geführt hat. Diese Ausstellung sprengt allerdings den Rahmen des bisher Dagewesenen, denn insgesamt 14 Klassen griffen die Idee auf, sich mit dem Thema „Naturwahrnehmung und Nachhaltigkeit“ künstlerisch auseinanderzusetzen.

„Von Fünftklässlern bis zum Leistungskurs ist alles dabei“, freut sich Kuratorin Ute Ritschel. Ausgehend vom Kunstunterricht fingen auch Deutsch-, Musik-, Sozialkunde- und Biologielehrerinnen und -lehrer Feuer und entwickelten gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen Ideen, was sie den Kunstfreunden im Forst präsentieren könnten.

Mit Beginn der warmen Jahreszeit verlegten neun Schüler und Schülerinnen dann ihren Unterricht ins Waldkunstzentrum an der Ludwigshöhstraße 137 und in den Wald. Dort wurde fleißig gehämmert, gebohrt und geschraubt. Falls die Arbeit ins Stocken geriet, konnte sich der Nachwuchs von einheimischen Profikünstler:innen beraten lassen.

Die Titel der 20 Installationen sind so kreativ wie die Werke selbst: „Balladenpfad“ beispielsweise, oder „Wortgeflecht“, oder „Wald im Festkleid“. „Spirelli“, ein schneckenförmig angelegter Barfußpfad, lädt die Waldbesucher:innen gar zum Ausprobieren ein. Möglich wurde die Schau durch die Initiative „Kunstvoll“, die Kooperationen zwischen Schulen und Kultureinrichtungen fördert. Dahinter steht der Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main. Auch der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und Hessen Forst waren mit im Boot.

Einen Eindruck gibt es unter junge.waldkunst.com, Dort finden sich auch Interviews mit Schüler:innen der Intensivklasse, die erzählen, was sie zum Kunstprojekt beigetragen haben.

„Wald im Festkleid“, eine Installation einer 5. Klasse, ist ein Geflecht aus herabgefallenen Ästen, das Abgestorbenes zu neuem Leben erweckt.
„Wald im Festkleid“, eine Installation einer 5. Klasse, ist ein Geflecht aus herabgefallenen Ästen, das Abgestorbenes zu neuem Leben erweckt. © Y-PR
Bei der Skulptur „Das Licht zwischen den Bäumen“ verwendete eine achte Klasse recyceltes Holz. Die gelben Schnüre symbolisieren Sonnenstrahlen.
Bei der Skulptur „Das Licht zwischen den Bäumen“ verwendete eine achte Klasse recyceltes Holz. Die gelben Schnüre symbolisieren Sonnenstrahlen. © Y-PR

Auch interessant

Kommentare