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Kunden in Kauflaune

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Die Läden locken mit Rabatten.
Die Läden locken mit Rabatten. © Claus Völker

Der Aufschwung macht sich langsam auch im Einzelhandel bemerkbar - doch mit Prognosen halten sich die die Darmstädter Geschäftsführer zurück.

Glaubt man den Prognosen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), blüht der deutsche Einzelhandel dank stetig wachsender Kauflaune richtig auf. Das bestätigen die Darmstädter Geschäftsführer – sie bleiben aber vorsichtig mit Prognosen.

„Wir können sehr zufrieden sein mit dem abgelaufenen Jahr, inklusive Weihnachtsgeschäft – besonders in unseren Darmstädter Häusern“, sagt Thomas Dielmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Schuhhandelskette und des Fachgeschäfts Sport Hübner in Darmstadt. Das Konsumklima bezeichnet er als „tatsächlich gut und positiv stabil“, seine Erwartungen als „vorsichtig-optimistisch“.

Das Weihnachtsgeschäft sei „okay“ gewesen, sagt der Geschäftsführer von Karstadt Darmstadt, Karl-Heinz Göttert. Die meisten Vertreter des städtischen Gewerbes, so weit er das als Vorsitzender des Citymarketing überblicken kann, seien im Rückblick darauf und aktuell „sicherlich nicht unzufrieden, aber keineswegs euphorisch“. Vorsichtiger Optimismus

Die Aussagekraft der GfK-Indizes für den städtischen Einzelhandel bezweifelt Göttert. Stark ins Gewicht fielen die Einkaufszentren. „Aber wir holen den einen oder anderen Punkt aus Weiterstadt zurück“, sagt Göttert und spielt auf das Loop?5 an.

In das Weiterstädter Einkaufszentrum ist unter anderem der Spielwarenhändler Faix expandiert. Dem weiteren Jahresverlauf blickt Geschäftsführerin Christiane Barth insgesamt „positiv entgegen“. Momentan könne sie den Aufwind noch nicht spüren. „Die meisten bauen doch auf den Winterschlussverkauf“, sagt sie.

Kai Brune, Geschäftsführers des Modehauses Henschel und Ropertz (H&R), warnt davor, prognostizierte minimale Steigerungsraten überzubewerten und von „einem geplatzten Knoten“ zu sprechen. Das Bild von lauter ellenlangen Schlangen an den Kassen sei falsch. Die Grundstimmung der Konsumenten sei aber in der Tat positiv: „Zumindest haben wir keine Kaufzurückhaltung mehr.“

Nach dem wichtigen Weihnachtsgeschäft sowie der anschließenden Umtauschwelle werben viele Händler mit dem Winterschlussverkauf (WSV). Obwohl die gesetzliche Regelung dafür schon 2004 abgeschafft wurde, damit Geschäfte ganzjährig Rabatte anbieten können – was sie auch tun.

Hoffen auf den Schlussverkauf

Kai Brunes Erfahrung nach „spielt der WSV für uns in Darmstadt eine geringere Rolle“. Das sei schon durch die harte Konkurrenz im regionalen Umfeld bedingt. „Alle Händler sind gezwungen, ständig zu rabattieren.“ Das sieht Thomas Dielmann anders: Der Winterschlussverkauf sei für seine Filialen nach wie vor ein wichtiger Faktor. Auch Karstadt-Geschäftsführer Göttert sagt: „Der WSV ist unabdingbar. Allerdings beginnt die heiße Phase seit Jahren schon vor den Feiertagen oder spätestens direkt danach.“ Göttert freut sich über die „deutlich gestiegene“ Durchschnittsausgabe im eigenen Haus. Es gebe „verstärkte Zusatzverkäufe“ – zum Hemd wird auch gleich die Krawatte mitgenommen.

Für die nächsten Wochen hofft Göttert auf trockenes, aber durchaus kaltes Wetter: „ideal, um die Saison günstig abzuschließen“. Kai Brune sagt angesichts der eigenen leer geräumten Winterlager: „Von mir aus kann es Frühjahr werden.“ (ers)

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