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Krokodile als Schlossherren

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Nach achtmonatigem Umbau bezieht das Stumpfkrokodil-Paar im Darmstädter Vivarium sein neues Revier. Eine EU-Richtlinie zwang das Vivarium zum Umbau des alten Geheges.

Das Stumpfkrokodil-Paar im Darmstädter Vivarium ist in ein größeres Domizil gezogen. Bezahlt hat den Umbau des Afrikahauses – wo die Tiere zuvor lebten – der Zoo-Förderverein Kaupiana mit 320.000 Euro. Acht Monate habe die Renovierung des Geheges gedauert, sagt Bürgermeister Wolfgang Glenz (SPD).

Für die beiden Stumpfkrokodile hat sich das Warten gelohnt: Im neuen Revier können die Reptilien auf 70 Quadratmetern im Wasser schwimmen oder an Land dösen. „Das neue Becken hat sogar unterschiedliche Wassertiefen und es kann in der Mitte durch eine Art Rollladen getrennt werden“, so Vivariumsdirektor Thomas Becker. Wenn das Paar also mal Ruhe von einander bräuchte, wäre das nun kein Problem mehr.

In ihrem alten Gehege habe das anders ausgesehen. „Im Grunde kann man sich das so vorstellen: Die Krokodile sind von einem Ein-Zimmer-Apartment in ein Schloss umgezogen“, sagt Becker. Die Quadratmeterzahl habe sich nahezu verdreifacht.

WG mit Schmetterlingen

Das neue Domizil sei ganz auf die Bedürfnisse der Reptilien abgestimmt: „Die Temperaturen liegen zwischen 25 und 27 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent.“

Die etwa 1,40 Meter großen Krokodile werden einige Wochen brauchen, um ihr Luxus-Schloss zu erkunden, schätzt Becker. Er hofft, dass die beiden bald Nachwuchs bekommen. Bis dahin ist das Paar aber nicht einsam: Den hauseigenen Pool teilen sie sich mit einigen Fischen. Bald gibt es sogar noch mehr Gesellschaft in der tierischen WG. „Große tropische Schmetterlinge werden einziehen, die dürfen dann frei im Tropenhaus umherflattern.“ Das neue Domizil hatten die Krokodile dringend nötig: Eine EU-Richtlinie zwang das Vivarium zum Umbau des alten Geheges. „Die EU hatte sogar damit gedroht, uns das Ding dicht zu machen“, sagt Kaupiana-Chef Roman Scheidel.

Ihr neues Zuhause können die Stumpfkrokodile wahrscheinlich noch lange genießen: In Gefangenschaft werden die Tiere bis zu 200 Jahre alt. (ers)

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