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Kritik an Merck-Umbauplänen

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Die Merck-Umbaupläne werden von vielen kritisch gesehen. Die Baudezernentin zeigt sich nun offen für eine Testphase mit zeitweiliger Verengung der Frankfurter Straße.

In einer zum Teil heftigen Diskussion um die künftige Verkehrsführung vor der neuen Merck-Zentrale zeigt sich Baudezernentin Cornelia Zuschke offen für Vorschläge, vorab eine Verengung der Frankfurter Landstraße auf nur noch eine Fahrbahn in jeder Richtung zu testen.

Zuschke (parteilos) hat erneut vehement dem Vorwurf aus Teilen der Bürgerschaft widersprochen, beim Bau seiner neuen Unternehmenszentrale diktiere der Pharmakonzern Merck seine Bedingungen, die Stadt sei lediglich Erfüllungsgehilfe. Merck habe zwar das entsprechende Gutachten, gemeinsam beauftragt von dem Konzern und der Stadt, bezahlt, aber nur deshalb, weil dessen Aufwand weit über den üblichen Aufwand gegangen sei. Die geplante Verengung der Frankfurter Landstraße in Höhe der neuen Merck-Zentrale, von der Arheilger Bürger eine Abschneidung ihres Stadtteils befürchten, könne man gern vorab testen, sagte Zuschke, sie sei da völlig offen. Gleichzeitig betonte sie: „Die Stadt bleibt Eigentümer der Straße.“

Wie die Baudezernentin schilderte, liegt der Ursprung der Pläne eine ganze Zeit zurück. Am Anfang, so Zuschke, stand der Missstand, dass der Hauptsammler, der das westliche Arheilgen entwässere, im Boden quer unter dem Werksgelände von Merck verläuft. Im Jahr 2010/11 sei deshalb bei der Stadt der Wunsch aufgekommen, diesen Kanal unter die Frankfurter Landstraße zu verlegen, so wie es allgemein üblich sei.

Eine Ampel soll entfallen

Dann habe Merck beschlossen, seine Unternehmenszentrale nach Darmstadt zu verlegen und dort ein neues Headquarter zu bauen , verbunden mit einer Öffnung zur Stadt.

Aus diesen zwei Ansätzen sei sei eine Planung entstanden, die im Gestaltungsbeirat 2013 – Zuschke war damals Mitglied in dem Gremium – großen Anklang gefunden habe, da die Stadteingänge sehr vernachlässigt worden seien. Merck, so betonte die Stadträtin, habe ursprünglich zwei getrennte Plätze vorgesehen. Aus dem Flugzeug, so der Wunsch des Konzerns, sollte man zwei Bänder aus beleuchteten Steinen sehen, angestrahlt durch blaue LEDs. Straßenplaner hätten dies aber als undurchführbar verworfen, weil die Steine nicht befahrbar gewesen wären. Merck und Stadt hätten daraufhin ein Büro beauftragt, in dem Landschafts- und Straßenbau vertreten waren.

Bestandteil der Planungen sei jetzt unter anderem, dass die Straßenbahnhaltestellen Maulbeerallee und Nordbahnhof näher an das Merck-Haupteingang und näher an die Straße heranrücke; so müssten Radfahrer nicht mehr in dem Bereich die Spur wechseln. Eine der beiden Fußgängerampeln entfalle, was den Verkehr verflüssige. Aus Richtung Süden werde eine der beiden Fahrbahnen zur Abbiegespur in die sogenannten kleine Frankfurter Straße. Aus Richtung Norden soll es neben der normalen Fahrspur eine unterbrochene Mehrzweckspur geben. (ryp)

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