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Kritik ausdrücklich erwünscht

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Der überarbeitete Entwurf für die Hügelstraße 73-75 sieht nun eine stark zergliederte Fassade vor.
Der überarbeitete Entwurf für die Hügelstraße 73-75 sieht nun eine stark zergliederte Fassade vor. © Stephan Loos

Der Darmstädter Gestaltungsbeirat überzeugt Architekten mit konstruktiven Anregungen.

Mit Kompetenz und Konsequenz hat sich der Darmstädter Gestaltungsbeirat während seines vierjährigen Bestehens Respekt unter Architekten und Immobilien-Investoren erarbeitet. Das wurde auch bei der jüngsten Sitzung deutlich, als sich der Darmstädter Architekt Stephan Loos und Bauherrin Anita Köhler ausdrücklich für die konstruktive Kritik bedankten, die der Beirat bei seiner vorangegangenen Sitzung an ihrer Planung für ein Areal an der Hügelstraße geübt hatte. „Wir haben sehr gute Anregungen vom Gestaltungsbeirat bekommen“, sagte Loos. „Mit dem Entwurf fühlen wir uns jetzt selbst viel wohler als zuvor.“

Von außen ist das Wohngebäude Hügelstraße 73-75, vis-à-vis dem Marienplatz, verglichen mit der Ursprungsplanung nicht wiederzuerkennen. Eine einheitliche Fassade mit vier durchgehenden Balkonen hatte Loos im vorigen Mai dem Beirat präsentiert. Dem war dies zu viel der Wucht und Einheitlichkeit in einer eher kleinteilig bebauten Umgebung.

Loos dachte völlig um. Er entwarf nun ein sechs Stockwerke hohes Haus mit einer durch vor- und zurückspringende Elemente, Balkone und Fensterfronten in unterschiedlichen Größen stark zergliederten Fassade. Im Erdgeschoss sind zwei Gewerbeflächen vorgesehen – gastronomische Nutzung erwünscht.

Neue Wohngebäude sorgen für Auflockerung

Hinter dem Riegel zur Hügelstraße sind drei weitere, kleinere Wohngebäude parallel zueinander angeordnet. Zwischen zweien ist Platz für einen halböffentlichen Innenhof. 58 Wohnungen sollen so entstehen, 45 bis 180 Quadratmeter groß.

„Hello 18“ heißt ein aus drei Baukörpern bestehender Komplex, der an der Robert-Bosch-Straße im Europaviertel entstehen soll. Eine Auflockerung der dortigen Bürohaus-Bebauung durch Wohngebäude ist von der Stadt ausdrücklich erwünscht. Und so sind zwei von drei Bauten bei „Hello 18“ als Wohnhäuser geplant – äußerlich erkennbar durch Balkone. Ansonsten passt sich die Anmutung der achtgeschossigen Gebäude dem Umfeld an, ohne dabei monoton zu wirken.

Gartenzonen vor den Erdgeschosswohnungen und ein Café zur Straße hin sollen die Wohnfunktion unterstreichen. Zurück an die Hügelstraße ging es mit einem Projekt zur Neubebauung der „Kleinschen Höfe“. Dort soll im Geviert zwischen Hügel- und Elisabethenstraße sowie Landgraf-Phillipps-Anlage ein einladender kleinerer Hof entstehen, gesäumt von zweistöckigen Wohnhäusern. Herbert Elfers vom Darmstädter Büro Planquadrat stellte in Aussicht, dass der Durchgang zur Elisabethenstraße öffentlich begehbar sein werde. „Hier soll ein lebendiges Quartier entstehen.“

Elfers sprach sich dafür aus, anstelle der in der Mollerstadt-Sanierungssatzung vorgeschriebenen viergeschossigen Bebauung künftig fünf Geschosse zu ermöglichen. Beifall fand seine Anregung, anstelle der Tankstelle an der Ecke Hügel- und Neckarstraße einen markanten Kopfbau zu errichten. Der Gestaltungsbeirat befasste sich auch mit einem Gebäudekomplex im Winkel von Haardtring und Berliner Allee – dort sollen mehrere Wohnhäuser entstehen, die nach dem Wunsch des Architekten Michael Frielinghaus Gestaltungselemente der fünfziger Jahre aufnehmen. Ihm sei vor allem die Bildung von Plätzen wichtig, erklärte er. Probleme bereite vor allem der Verkehrslärm von Straßen und Bahntrasse.

Den Abschluss der Präsentationen im Darmstadtium bildeten zwei fünfgeschossige Neubauten im Kranichsteiner Wickopweg, entworfen vom Darmstädter Büro Hirschmuellerschmidt. Sie rahmen einen vierstöckigen Bestandsbau ein. Insgesamt 64 Mietwohnungen sollen auf zweimal fünf Stockwerken entstehen. „Alle Wohnungen erhalten Loggien oder Terrassen und werden über mindestens zwei Himmelsrichtungen belichtet“, erklärte Gerrit Schmidt. (bad)

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