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Kreislauf der Weihnachtsbäume

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Weihnachten ist vorbei, der Christbaum hat ausgedient. Vereine und Kommunen bieten vielerorts im Landkreis einen Abholservice an. Doch was geschieht dann mit den Bäumen?

Weihnachten ist vorbei, der Christbaum hat ausgedient. Vereine und Kommunen bieten vielerorts im Landkreis Darmstadt-Dieburg einen Abholservice an. Die Bauhöfe haben diesen Dienst aus Kostengründen größtenteils eingestellt und die Aufgabe gemeinnützigen Organisationen übertragen - oder lassen den ausgedienten Schmuck von den Bürgern direkt zum Bauhof bringen.

Doch was nach dem Einsammeln passiert, ist von Ort zu Ort verschieden. In Dieburg werden die Bäume abgeholt und ins Kompostwerk bei Semd gebracht. Problematischer erscheint die seit Jahren übliche Praxis in jenen Orten, wo Jugendwehren die Nadelbäume verbrennen. Das könnte verboten sein, so ein Hinweis der Kreisverwaltung in einem Schreiben an die Kommunen. Die Bäume seinen Abfall, das Verbrennen daher illegal.

Eine Verbrennung sei nur zu einem bestimmten Zweck erlaubt, zum Beispiel bei einer Sonnenwendfeier oder zur Übung für die Feuerwehr. Grund sei die Belastung für das Klima und wegen der Feinstaubentwicklung auch für die Gesundheit. Besser sei, die Bäume in der Biotonne oder auf einer Kompostierungsanlage zu entsorgen. Hier werde aus Bioabfall und Grünschnitt Kompost produziert, der CO2 im Humus binde.

"Der Kreis weist nur auf die Rechtslage hin. Es sind die Stadtbrandinspektoren und Ordnungsämter in jeder Kommune, die für die Überwachung und Einhaltung zuständig sind", so der Kommentar von Kreis-Pressesprecherin Jutta Janzen.

Von einer Verbrennung als Tradition spricht der Modautaler Bürgermeister Jörg Lautenschläger (CDU). Bürger der Gemeinde bringen ihre ausrangierten Weihnachtsbäume sauber abgeschmückt seit etwa sieben Jahren zu einem Parkplatz in Brandau und die Feuerwehr zündet den Haufen an. Der werde lediglich immer kleiner, seit die Jugendfeuerwehr die Bäume nicht mehr einsammele.

Nutzen auch nach dem Fest

Unproblematisch ist dagegen der Weg, den Eppertshausen seit Jahren geht: Am Montag, 11. Januar, werden die Bäume ab 7 Uhr vom Bauhof vor der Tür abgeholt und zum Waldfriedhof gebracht, wo sie Mitarbeiter der Behinderteneinrichtung Heydenmühle in einem großen Häcksler zerstückeln. Später werden die ehemaligen Christbäume im Holzhackschnitzelheizwerk der Einrichtung verfeuert oder als Einstreu für Vieh genutzt - und leisten somit auch nach den Weihnachtstagen noch einmal einen wertvollen Beitrag.

Die Möglichkeit, Weihnachtsbäume zu Holzpellets zum Heizen zu verarbeiten, schließt Michael Monnheimer vom Holzwerk in Grasellenbach im Odenwald indessen aus. Dazu seien vielmehr trockene, saubere Sägespäne erforderlich. Im Nachbarkreis Bergstraße bringen nach Aussage Monnheimers rund 20 Jugendfeuerwehren Christbäume in diesen Tagen zum Häckseln. "Die Hackschnitzel werden später in Schulen mit entsprechenden Öfen verfeuert." (tim/piz)

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