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Um den Kreisel tobt der Streit

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An der nördlichen Einfahrt nach Darmstadt-Eberstadt soll ein Kreisel gebaut werden, der für Diskussionen sorgt.
An der nördlichen Einfahrt nach Darmstadt-Eberstadt soll ein Kreisel gebaut werden, der für Diskussionen sorgt. © Nikolaus Heiss

Der Kreisel im Darmstädter Stadtteil Eberstadt am Abzweig Heidelberger Landstraße / Reuterallee wird gebaut. Das hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Doch nach wie vor halten Kritiker das Vorhaben für überflüssig und zu teuer.

Viele wollen sich mit dem geplanten Kreisel am Nordeingang Eberstadts nicht abfinden, der rund 850 000 Euro kosten soll. Die Beschlusslage hingegen ist klar: Mit seiner Koalitionsmehrheit hat Grün-Schwarz in der Stadtverordnetenversammlung vom 16. Dezember 2014 gegen die Stimmen der Opposition die Umsetzung des Vorhabens beschlossen, über das schon seit Jahren diskutiert wird.

Die Gemengelage im Stadtparlament – den Befürwortern des Projekts stehen fast genau so viele Gegner gegenüber – scheint auch die Stimmungslage in Eberstadt zu entsprechen. Die Koalition sieht den Kreisel als Teil eines Gesamtkonzepts, mit dem der südliche Stadtteil attraktiver gemacht werden soll.

Als Vorteile zählte der CDU-Abgeordnete Peter Franz („Wir setzen um, was 90 Prozent der Eberstädter wollen“) auf, Kreisel seien sicherer, umweltschonender und leiser als Kreuzungen. Die Kosten würden sich durch den Wegfall von Ampeln und deren Wartungskosten in sieben bis zehn Jahren amortisieren.

Die Opposition indes – wie auch etliche Bürger aus Eberstadt – stellt den Sinn des Kreisels an dieser Stelle infrage. Dort verlaufe der Verkehr nämlich völlig normal. Deshalb sei das vorgesehene Geld an anderen Stellen besser angelegt. Alternativen, wie beispielsweise eine abknickende Vorfahrt für Heidelberger Straße / Reuterallee oder eine Erweiterung des Kreisels um einen Abzweig in die Katharinenstraße, um eine weitere Zufahrt ins Neubaugebiet „Am Wolfhartweg“ zu bekommen, seien nicht ernsthaft geprüft worden.

Rückstauraum reicht nicht

Probleme befürchten auch Autofahrer, die aus der Von-Ketteler-Straße auf die Heidelberger Landstraße einfahren. Sie müssen dazu die Straßenbahngleise queren und sich in den Verkehr einfädeln. „Bisher findet man wegen der Ampelregelung an der Verzweigung immer eine Lücke. Wenn es wegen des Kreisels künftig aus Richtung Süden einen ständigen Verkehrsfluss gibt, wird man öfter auf dem Gleisbett stehen“, sagt der Eberstädter Wolfgang Frank, „das lässt sich Heag-Mobilo sicher nicht lange bieten. Die Folge: eine Ampelanlage an der Einmündung“.

Heinz Krapp aus der Von-Ketteler-Straße sieht ein weiteres Problem. „Wegen des ampelgesteuerten Fußgängerüberwegs von der Straßenbahnhaltestelle Haltestelle „Katharinenstraße“ zur Christuskirche ist im Entwurf ein Rückstauraum von nur 25 Metern eingeplant. Das wird nicht reichen. Die wartenden Autos stehen dann in den Kreisel hinein.“ Er und andere Eberstädter sind der Meinung, der Kreisel sei ohnehin eine politische, keine sachliche Entscheidung. Diesen Verdacht hatte der Eberstädter CDU-Stadtverordnete Franz genährt, der den Beschluss für den Kreisel im Stadtparlament mit der sinngemäßen Aussage begrüßt hatte: „Nach Arheilgen sind wir jetzt mal dran.“ (ryp)

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