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Kraftsport auf dem Woog

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Die Sportler trainieren nicht nur auf dem Wasser, sondern auch im Fitnessraum.
Die Sportler trainieren nicht nur auf dem Wasser, sondern auch im Fitnessraum. © Roman Grösser

Drei Darmstädter Vereine zeigen auf dem Großen Woog ihr Können. Paddelkurse gibt es schon für Siebenjährige.

In einem Punkt verstehen die Wassersportler keinen Spaß: „Es ist schlimm, wenn ständig rudern mit paddeln verwechselt wird“, seufzt Demir Türsan, Trainer beim Ruderclub Neptun in Darmstadt. Der 47-Jährige ist Initiator des ersten Darmstädter Tag des Wassersports, der am Sonntag etliche Besucher an den Großen Woog lockt. Drei Vereine wollen den Darmstädtern ihren Sport schmackhaft machen.

„Viele verstehen unter Wassersport nur schwimmen und wissen gar nicht, was wir am Altrhein und am Kühkopf mit unseren Booten für Möglichkeiten haben“, sagt Türsan. Während die Sportler beim Rudern rückwärts gleiten und die Skulls oder Riemen fest mit dem Boot verbunden sind, sind die Paddel frei beweglich und man es geht in Blickrichtung vorwärts. Durch die fehlende Hebelwirkung ist ein Paddel- zwar langsamer als ein Ruderboot, aber dafür auch deutlich wendiger.

Rennen gegen Bundesligisten

Türsan trainiert die Ruderer und betreut sie bei Regatten. Der Fitnesstrainer ist also auch für das Team des Neptun-Flaggschiffs zuständig, eines 16 Meter langen, eindrucksvollen Achters. Heute treten die Ruderer gegen einen Achter der Frankfurter Rudergesellschaft Germania an, der in der Bundesliga startet. Majestätisch gleiten die Boote übers Wasser, Germania gewinnt.

Drumherum liegen oder fahren etliche andere bunte Boote, in denen alleine oder im Team gerudert und gepaddelt wird. Kajaks, Einer und Vierer, Großkanadier – alles ist auf dem Wasser. Die Könner sind schnell ausgemacht, ihre Boote liegen ruhig im Woogswasser. Die Anfänger hingegen drehen sich durchaus mal im Kreis.

Mit Badehose und gelber Schwimmweste sitzt Paule schon wie einer kleiner Profi in seinem Kajak. Gerade mal fünf Jahre alt, kommt er souverän an die Anlegestelle gepaddelt. „Das hast du toll gemacht“, lobt ein Trainer, der sich stets in Paules Nähe aufgehalten hat. „So Jungs wie dich brauchen wir.“ Paule hätte nichts dagegen: „Hat ganz viel Spaß gemacht“, berichtet er stolz seinen Eltern.

Heinz Schäfer fasziniert die Ruhe auf dem Wasser, und das schon seit 60 Jahren. Er ist Abteilungsleiter beim Darmstädter Schwimm- und Wassersportclub 1912. „Natur erleben, sich körperlich ertüchtigen und gesellig sein – das ist eine tolle Kombination.“ Seine Abteilung hat rund 250 Mitglieder, von denen etwa 60 aktiv paddeln und rudern. Während beim DSW beides möglich ist, wird bei Neptun ausschließlich gerudert und bei der Darmstädter Turn- und Sportgemeinde 1846 nur gepaddelt.

Die drei Vereine teilen eine Sorge: die Suche nach jungen Sportlern. Zwar hat Demir Türsan vor vier Jahren mit vier Kindern bei Neptun angefangen, nun trainieren jede Woche 30. „Dennoch können es noch mehr werden.“ Viele Kinder seien heutzutage in einem „desolaten körperlichen Zustand“. Die Körperspannung fehle, sie säßen zu viel. Also wird nicht nur zweimal pro Woche auf dem Wasser gearbeitet, sondern auch im Kraftraum und beim Zirkeltraining Fitness aufgebaut.

Erfolge nur im Team möglich

Das Training zahlt sich aus, die Jugendlichen von Neptun fahren bei den Landesmeisterschaften vorne mit. Bei der TSG steht der Spaß beim Kanufahren im Training und bei Freizeiten im Vordergrund, der DSW möchte mit Kursen für Kinder ab sieben Jahre den Nachwuchs ins Boot holen. Türsan schwärmt vom Mannschaftsgedanken beim Rudern. „Alle trainieren, siegen und leiden zusammen“, sagt er. Die Bewegungen müssten harmonisch laufen, Einzelstars gebe es keine. Es sitzen eben alle in einem Boot. ( an)

Mehr Infos geben Markus Haas unter Telefon 06151/312985 (DSW 1912), Demir Türsan unter 06151/6278435 (Neptun) und Dieter Bölter unter der Nummer 0171/9967401 (TSG 1846).

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