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Kräftemessen künftiger Forscher

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Martin Frank Feuerherdt und Corinna Zurloh überzeugten im Bereich Mathematik/Informatik.
Martin Frank Feuerherdt und Corinna Zurloh überzeugten im Bereich Mathematik/Informatik. © Claus Völker

Beim siebten Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und "Schüler experimentieren" in Darmstadt stellen südhessische Nachwuchswissenschaftler ihre Projekte vor.

Ein Wurf – und zack steckt der Dartpfeil in der genormten Turnierholzscheibe. Im Gegensatz zu einem modernen Plastikziel blinken an der Scheibe aus Naturmaterial keine Lichter auf. Und doch bekommen die Duellanten ein genaues Punktergebnis auf einem Laptop angezeigt: Der Pfeil steckt im Zwölfer-Segment.

Südhessische Nachwuchswissenschaftler haben am Mittwoch beim siebten Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ in Darmstadt ihre Projekte vorgestellt – die Dartscheibe ist eines davon. Die Idee einer genormten Turnierscheibe, die mithilfe zweier Fotokameras im 90-Grad-Winkel und eines Computerprogramms die genaue Position der Pfeilspitze ermitteln kann, hatten Corinna Zurloh (16), Martin Frank Feuerherdt (17) und Felix Kastner (17) vom Michelstädter Gymnasium. Ein Programm gibt den Kameras den Befehl, vor und nach dem Wurf ein Foto zu machen. „Auf dem aus beiden Bildern bestehenden Differenzbild kann dann mittels der mathematischen Formel der genaue Ort der Pfeilspitze berechnet werden“, erklärt Corinna.

In diesem Jahr haben sich laut Paul Schlöder, Wettbewerbsleiter für Hessen-Süd, 48 Teilnehmer auf 27 Projekte verteilt. „Ein schwacher Jahrgang, obwohl wir auf Landesebene einen Teilnehmer-Rekord haben.“ Für ihn ein Zeichen des ungebrochenen Runs auf „Jugend forscht“ trotz G 8. Der bundesweite Forschungswettbewerb für 15- bis 21-Jährige soll „Wissenschaftler für die Zukunft“ hervorbringen.

Die Juroren bewerten die Arbeiten nach wissenschaftlichem Neuigkeitswert, altersgerechter Aufarbeitung des Themas und ordnungsgemäßer Ergebnisauswertung, erklärt die Regionalwettbewerbspatin für „Jugend forscht“ vom Fraunhofer IGD, Jutta Schaub.

Die Projekte sind in die Fachgebiete Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik und Technik aufgeteilt. Der jeweilige Sieger der Kategorie ist eine Runde weiter und darf zum Landesentscheid (26. und 27. März bei Merck) fahren.

"Wo befindet sich Darmstadts lauteste Kreuzung?"

Ausschließlich auf regionaler Ebene messen sich hingegen die Forscher im Alter zwischen zehn und 14 Jahren bei „Schüler experimentieren“. Dort konnten in diesem Jahr Peer Lehmann (13), Finn Hammann (14) und Mike Schmuderer (11) von der Freien Montessori Schule in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften den ersten Platz belegen. Die drei widmeten sich der Frage „Wo befindet sich Darmstadts lauteste Kreuzung?“ Dazu führten sie Messungen mit einem Schallpegelgerät durch, die ergaben, dass der Verkehrslärm an der Kreuzung Gräfenhäuser Straße/Carl-Schenk-Ring mit 93 Dezibel am höchsten ist.

Eine Lösung haben die Schüler parat: „Wir schlagen vor, einen acht Kilometer langen Tunnel von der B 26 auf Höhe des Vivariums unter den alten US-Kasernen in Eberstadt durchzubauen, der an einer Autobahnauffahrt zur A5 zwischen Pfungstadt und dem Darmstädter Kreuz mündet“, betont Peer, „ein Naturschutzgebiet wäre vom Bau nicht betroffen“. Die Kosten haben die Darmstädter auch schon berechnet – knapp acht Millionen Euro. (ers)

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