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Idyllische Ex-Kaserne.
Idyllische Ex-Kaserne. © Monika Müller

Die Stadt überlegt nun, das alte Kasernenareal selbst zu kaufen. Alle bisherigen Interessenten wollten das Gelände nicht so entwickeln wie die Kommune es gerne hätte.

In Babenhausen gibt es seitens der Stadt derzeit Überlegungen, das noch immer brachliegende Kasernenareal selbst zu kaufen. Denn bei einer europaweiten Ausschreibung hat sich bislang kein Investor gefunden, der das 60 Hektar große Gelände nach den Vorstellungen der Stadt entwickelt. Laut Bürgermeisterin Gabi Coutandin (SPD) sind seit 2010 etwa 30 bis 35 Gespräche mit Interessenten geführt worden. Bislang ergebnislos. Mitunter scheiterten die Vorhaben auch an den Preisvorstellungen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das Gelände für den Bund verwaltet.

Laut Claus Niebelschütz von der Bima werden die weiteren Verkaufsschritte derzeit mit der Stadt abgestimmt. Diese prüfe dazu, „ob sie die Liegenschaft im Wege einer vom Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages für Gebietskörperschaften beschlossenen Erstzugriffsoption selbst erwerben möchte oder eine erneute offene Marktanbietung erfolgen soll“. Da die Stadt aber eigentlich kein Geld hat, würden sie das Gelände nur kaufen, „wenn wir sicher wären, dass wir es gleich weiterverkaufen können“, sagt Coutandin.

Bei den Gesprächen zwischen Behörde und Stadt gehen die Standpunkte auseinander. Die Bima kann sich mittlerweile auch einen Verkauf von einzelnen Teilstücken vorstellen. Denn laut Niebelschütz gibt es kaum noch Investoren, die Wohnen, Gewerbe und Denkmalschutz großflächig aus einer Hand entwickeln. Bei dieser Option wolle man jedoch die Vorgaben der Stadt „zur Sicherstellung städtebaulicher Ziele“ berücksichtigen.

Ein „Flickenteppich“ auf dem Kasernengelände sei nicht das Ziel der Stadt, betont hingegen Coutandin. „Das ist ein Zufallsprodukt, das wir nicht steuern können. Am Ende bleiben wir auf den Straßen und Grünflächen sitzen, und die Bima hat ein Geschäft gemacht.“

Die Stadt will nun versuchen, „Bietergemeinschaften zu schmieden“, wie es Coutandin ausdrückt. Nächste Woche soll es bereits Gespräche mit Interessenten geben. Der Vorteil wäre, dass eine solche Gemeinschaft die Kaserne aus einer Hand entwickeln und auch leichter das nötige Kapital aufbringen könnte. (bach.)

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