Darmstadt

Konversion in Sicht

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Oberbürgermeister Partsch geht davon aus, dass der Kaufvertrag für das ehemalige Kasernengelände Cambrai-Fritsch und die Jefferson-Siedlung noch 2018 abgeschlossen wird.

Der Darmstädter Magistrat hat am Mittwoch dem Eckpunktepapier zur städtebaulichen Entwicklung und Verwertung der ehemaligen Cambrai-Fritsch-Kaserne und der Jefferson-Siedlung zugestimmt. Das Papier solle den Rahmen für die Umsetzung verschiedener Erschließungsmaßnahmen abstecken, heißt es in einer Mitteilung.

Dazu gehört zum Beispiel, wo Verkehrsflächen sowie Grün- und Freiflächen entstehen sollen. Angedacht sind auch Wald- und Biotopflächen. Wie der öffentliche Personennahverkehr an die künftige Siedlung angeschlossen werden kann, ist ebenfalls ein Aspekt; dafür soll die Straßenbahntrasse verlängert werden. Darüber hinaus geht es um die soziale Infrastruktur wie Schule, Kita und Jugendzentrum. Vermerkt sind in den Eckpunkten den Angaben zufolge auch die Quoten zur Sicherung des sozial geförderten Wohnungsbaus. Insgesamt 1400 Wohnungen sollen auf dem Areal entstehen.

Die Stadt befinde sich „in guten und konstruktiven Gesprächen“ mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), so Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne). Die Bima ist Eigentümerin der Grundstücke. Partsch: „Wir planen, den Kaufvertrag noch in 2018 abzuschließen.“

Durch Aufgabe der militärisch genutzten Flächen durch die amerikanischen Streitkräfte wurden im Süden der Stadt in den vergangenen Jahren mehrere Liegenschaften frei. Laut Baudezernentin Barbara Boczek (Grüne) wird die St.-Barbara-Siedlung seit 2010 zivil genutzt und die 24 Hektar große Lincoln-Siedlung wird derzeit besiedelt.

Analog zur Lincoln-Siedlung sollen die Konversionsflächen Cambrai-Fritsch und Jefferson-Siedlung in den kommenden Jahren ebenfalls zu neuen Wohnquartieren ausgebaut werden. Damit schaffe die Stadt weiteren dringend benötigten Wohnraum inklusive dazugehöriger Infrastruktur, so Boczek.

Damit die Stadt auch sicher Eigentümerin der Konversionsflächen wird, hat sie den Erstzugriff beantragt. Das ist seit 2013 durch die Änderung des sogenannten Bima-Gesetzes möglich: Städte haben eine Erstzugriffsoption für Bundesliegenschaften.

Die Kaufoption wurde an die BVD New Living Gesellschaft übertragen. Diese ist eigenen Angaben zufolge eine 100-prozentige Tochter der städtischen Bauverein AG und ist vor allem für die Konversion der Lincoln-Siedlung zuständig.

Noch im laufenden Jahr will die Stadt eine Bürgerinformationsveranstaltung durchführen, um die städtebauliche Planung für das Areal vorzustellen. pz

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