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Konkrete Hilfe für Flüchtlinge

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Ein Flüchtlingskind.
Ein Flüchtlingskind. © dpa

Jetzt liegt der Stadtverordnetenversammlung eine erweiterte Version des „Konzeptes Willkommens und Anerkennungskultur für Flüchtlinge“ zur Kenntnisnahme vor. Am Donnerstag, 5. März, wird es zunächst im Kulturausschuss beraten. In einem neu eingefügten Kapitel werden bereits konkrete Hilfs-Maßnahmen aufgeführt.vor

Ende Januar kamen 120 Rüsselsheimer in der Parkschule zu einem Runden Tisch zusammen. Sie alle repräsentierten ihren Verein, ihre Glaubensgemeinschaft, eine öffentliche Einrichtung oder eine von den sonstigen Institutionen, die eine Kompetenz vorweisen, um Flüchtlingen bei ihrer Orientierung im neuen Land helfen zu können. Grundlage für ihre Arbeit war ein von der Stadt erstellter Plan für eine Anerkennungs- und Willkommenskultur. Es umfasste sechs Handlungsfelder, die damals grob umrissen wurden. Doch schon am ersten Abend in der Parkschule füllte sich das Konzept mit detaillierteren Vorschlägen der kundigen Teilnehmer.

Jetzt liegt der Stadtverordnetenversammlung eine erweiterte Version des „Konzeptes Willkommens und Anerkennungskultur für Flüchtlinge“ zur Kenntnisnahme vor. Am Donnerstag, 5. März, wird es zunächst im Kulturausschuss beraten. In einem neu eingefügten Kapitel werden bereits konkrete Hilfs-Maßnahmen aufgeführt.

Vorangestellt wurde der Wunsch aller Beteiligten nach einer zentralen Ansprechperson. Die soll auf Seiten der Stadt alle Angebote vernetzen und koordinieren, wünschen sich die Akteure. Und damit jeder weiß, was gerade läuft, welche Angebote es gibt und welche in neuester Zeit zu dem Katalog hinzugekommen sind, soll eine eigene Homepage erstellt werden. Wie die Stadt mitteilt, ist sie momentan in Arbeit und soll bald geschaltet werden. Eine genaue Adresse gibt es noch nicht.

Wie auch schon bei dem Treffen in der Parkschule werden auch in dem erweiterten Konzept Patenschaften hoch eingeschätzt. Sie gelten als handlungsübergreifend, also als eine prinzipielle und nicht spezifische Maßnahme. Wegen ihrer besonderen Bedeutung wird in dem Konzept besonders auf diese Patenschaft eingegangen. So werden Informationsveranstaltungen zu den juristischen Bedingungen vorgeschlagen. Ebenso sollten die Paten durch Schulungen und Koordinationsmaßnahmen professionell begleitet werden. Eine Broschüre soll erstellt werden, in der nicht nur grundlegende Informationen aufgezählt werden. Darin sollen auch Anlaufstellen, Schulungsmöglichkeiten und juristische Regeln nachzuschlagen sein.

Sprachkurse in Planung

Zwei neue Sprachkurse für Flüchtlinge sind bereits in Planung. Ein Kurs der Hochschule Rhein-Main startet bald, ein weiterer bei der Ecclesia Gemeinde ist in Vorbereitung. Der Kinderschutzbund im Dicken Busch und das Stadtmuseum bieten Räume für Sprachkurse an.

Auch im Handlungsfeld „Schulische Bildung, Ausbildung Beruf“ können erste Ergebnisse präsentiert werden. So will die Hochschule Rhein-Main Menschen bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse in Deutschland helfen. Ein Ausbildungswegweiser soll erstellt werden. Darin werden alle wichtigen Fragen zu Ausbildung und Studium beantwortet.

Die Schulsozialarbeit soll auch mit besonderem Bezug auf die Flüchtlinge ausgebaut werden. Das Konzept sieht in diesem Handlungsfeld ebenso vor, Betriebe dafür zu werben, einfache Arbeitsplätze zur Verfügung zu stellen, um Flüchtlingen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Die Verfasser des Konzeptes betonen die Wichtigkeit, Anlässe zu schaffen, damit die Flüchtlinge oft ihre Unterkünfte verlassen können.

Zur besseren Ansprache von weiblichen Flüchtlingen könnten Frauengesprächsabende veranstaltet werden. Gesundheitsversorgung, Sexualität, Aufklärungsarbeit über Verhütungsmittel sollen dabei Themen sein wie auch die Fragen der körperlichen Entwicklung. Gesprächskreise werden helfen, Fluchterlebnisse zu verarbeiten. Die Flüchtlinge sollten darüber hinaus über alle Möglichkeiten der medizinischen Versorgung unterrichtet werden. (ers)

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