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Kongresse mit Wohlfühl-Faktor

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Seit 1. Januar leitet Lars Wöhler das Darmstadtium.
Seit 1. Januar leitet Lars Wöhler das Darmstadtium. © Claus Völker

Lars Wöhler will Umsatz und Besucherzahl steigern. Seit Jahresbeginn ist er neuer Geschäftsführer des Darmstadtiums.

Mehr Umsatz und weniger Geld von der Stadt. Das sind die Ziele des neuen Darmstadtium-Geschäftsführers Lars Wöhler. Zum Jahresbeginn hat er die Leitung des Kongresszentrums von Klaus Krumrey übernommen, der in den Ruhestand ging. Und auch die Erwartungen, die mit dieser Position verbunden sind. Der 37 Jahre alte Wöhler soll Darmstadts Ruf als Kongressstadt festigen und gleichzeitig der Stadt nicht mehr als nötig auf der Tasche liegen.

„Die Fußstapfen, in die ich trete, sind groß“, sagte Wöhler am Dienstag unter Verweis auf seinen Vorgänger, der Anfang 2008 das zwar schon eröffnete, sich aber noch als Baustelle präsentierende Darmstadtium übernommen hatte. Doch der Blick zurück ist nicht seine Sache. Wöhler schaut nach vorn und das selbstbewusst: „Mit dieser Mannschaft kann ich die Fußstapfen vergrößern.“ Mit dem Ausbau von Netzwerken will er das Geschäft ausbauen und mehr internationale Konferenzen nach Darmstadt holen.

Langfristig weniger Zuschüsse

Mehr als vier Jahre leitete Wöhler die Kongress- und Touristikbetriebe der Stadt Aschaffenburg, deren Kern die Stadthalle am Schloss, ebenfalls eine Tagungs- und Veranstaltungsstätte ist. Auch in Unterfranken galt das Kongresszentrum vor allem als Kostenfaktor. „Das hat sich geändert“, sagt er. Das Image habe sich gewandelt. Parallel dazu stieg die Auslastung des Gebäudes, wie aus Aschaffenburg bestätigt wird.

Diesen Erfolg will Wöhler in Darmstadt wiederholen. Aus dem Darmstadtium soll „ein Haus zum Wohlfühlen“ werden. Seine Ziele: Der Umsatz soll mittelfristig von 3,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf „mehr als 3,5 Millionen Euro“ steigen, die Zahl der Besucher von 140?000 auf 160?000. Den Zuschussbedarf aus dem operativen Geschäft will er auf 1,2 Millionen Euro im Jahr begrenzen. 2009 waren es 1,7 Millionen.

Wöhler will für seine Ziele einiges verändern. Zum Beispiel die Kundenbindung. Key-Account-Management soll helfen, die Belange und Interessen der Besucher und Veranstalter besser im Blick zu behalten – von Buchungen bis hin zur Vermittlung von touristischen Angeboten. Zudem sieht Wöhler Nachholbedarf bei der Kooperation mit den Hochschulen. So kann er sich vorstellen, im Kongresszentrum Begleitausstellungen zu wissenschaftlichen Themen anzubieten: „Das Haus ist ein Forum für den Wissenschafts-Praxis-Transfer.“

Beim Marketing will er beim Web?2.0 und anderen neuen Medien Akzente setzen: „Das Feld hat Krumrey mir überlassen.“ Um neue Kunden zu gewinnen, soll das Kongresszentrum bei der Preisgestaltung flexibler sein. So könnte es in kongressschwachen Monaten billiger sein als in klassischen Tagungsmonaten. Der Bau neuer Zentren in Frankfurt und Worms schreckt Wöhler nicht: „Wir wissen was wir können.“ (rf)

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