1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Vom Kochtopf bis zum Strampler

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Elisabete Wembacherprüft jedes Stück genau, bevor sie es in ihrer Kleiderkammer anbietet.
Elisabete Wembacherprüft jedes Stück genau, bevor sie es in ihrer Kleiderkammer anbietet. © Guido Schiek

Die 80-jährige Elisabete Wembacher sammelt und sortiert ehrenamtlich gespendete Textilien und Haushaltswaren für Bedürftige. Die Sachen sind für die Kleiderkammer in der Hauptstraße 99 bestimmt.

Ob Winterjacken, Sommerkleider, Kinderjeans oder Baby-strampler: In Elisabete Wembachers Kleiderkammer ist die Auswahl groß. Die Erzhäuserin sammelt und sortiert ehrenamtlich gespendete Textilien und Haushaltswaren für Bedürftige. In einer Garage in der Hauptstraße 99, dem letzten Haus vor dem Erzhäuser Bauhof, hat sie gemeinsam mit zwei Mitstreiterinnen ein großes Warensortiment zusammengetragen. Den Raum und die Regale für die Kleiderkammer hat die Gemeinde zur Verfügung gestellt.

Auf die Idee eine Kleiderkammer aufzubauen, sei sie im vergangenen Jahr bei einem Spaziergang mit ihrem Rollator gekommen, berichtet Wembacher. Als sie an der Unterkunft für Flüchtlinge in der Hauptstraße vorbeikam, habe sie Bewohner spontan gefragt, was sie für ihren Alltag in der neuen Heimat dringend brauchen.

„Das war einfach so ein Einfall vor mir“, begründet die 80-Jährige ihre Motivation. Nach und nach sammelte sie gut erhaltene Kleidung und gab sie an die Kriegsflüchtlinge weiter. „Die Spendenbereitschaft ist groß“, sagt die tatkräftige Seniorin freudig. Wichtig ist es ihr, nur gut erhaltene Kleidungsstücke und Haushaltswaren anzubieten. „Jedes einzelne Stück nehme ich in die Hand, viele Sachen sind neuwertig“, betont sie.

Da sich das Projekt „Kleiderkammer“ in Erzhausen herumgesprochen hat, stapeln sich in den Regalen in der ehemaligen Garage mittlerweile Pullover, Hosen, Jacken, Wäsche, Schuhe und Taschen. An Kleiderständern hängen Blusen und Röcke, für Kinder gibt es Spielzeug und Rucksäcke. „Eine tolle Aktion“, lobt der Erzhäuser Bürgermeister Rainer Seibold (parteilos).

Stark nachgefragt würden gut erhaltene Töpfe, Geschirr und gebrauchte Fahrräder, hat Wembacher festgestellt. Zu den Flüchtlingen, die sich anfangs über den Einsatz der älteren Dame wunderten, hat sie gute Kontakte aufgebaut, sagt Wembacher. „Sie vertrauen mir und laden mich sogar zum Essen und Teetrinken ein“, erzählt sie.

Ein Austausch besteht mit anderen Initiativen, die ausrangierte Bekleidung sammeln, beispielsweise mit der Rumänienhilfe der Arheilgerin Karin Wesp oder mit der Evangelischen Kirchengemeinde in Erzhausen, die Hilfstransporte in die Ukraine organisiert. Die Kleiderkammer sei nicht nur für Flüchtlinge gedacht, betont die helfenden Rentnerin. Jeder, der bedürftig ist, könne dort Bekleidung erhalten. (sil)

Die Kleiderkammer in der Hauptstraße 99 in Erzhausen ist mittwochs von 13 bis 14 Uhr und samstags von 10 bis 12 geöffnet. Kleiderspenden und gut erhaltene Haushaltswaren werden angenommen. Weitere Informationen gibt es unter der Rufnummer 06150/7396.

Auch interessant

Kommentare