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Mit kochenden Erbsen zum Erfolg

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Der 18-jährige Gymnasiast interessiert sich seit Kindertagen für Naturwissenschaften.
Der 18-jährige Gymnasiast interessiert sich seit Kindertagen für Naturwissenschaften. © Heide Noll

Sebastian Groël qualifiziert sich für den Bundesentscheid der Bio-Olympiade. Erbsenkochen und Mikroskopieren von Zwiebeln bewältigte er meisterhaft. Bald könnte er gegen Teams aus 60 Ländern antreten.

Wie kochen Erbsen am schnellsten: in Leitungswasser, Mineralwasser oder Natronlauge? Sebastian Groël kennt die Antwort. Der 18 Jahre alte Gymnasiast der Immanuel-Kant-Schule in Rüsselsheim hat als Wettkämpfer bei der Bio-Olympiade alle drei Varianten durchprobiert, die Zeiten gemessen und das Ergebnis auch erklärt. „Am schnellsten geht es in Natronlauge, in Leitungswasser dauert es am längsten“, fasst er allgemeinverständlich zusammen, was er für den Wettbewerb mit Fachbegriffen dargelegt hat.

Der angehende Abiturient interessiert sich von klein auf für Naturwissenschaften. Das Zusammenspiel von Mensch und Natur, die molekulare Ebene, Genetik und Biochemie faszinieren den jungen Mann aus Haßloch, der folgerichtig in der Oberstufe Leistungskurse in Biologie und Chemie belegt. Studienleiterin und Leistungskurslehrerin Margarete Hampel brauchte nicht lange zu fragen, als die Schule die Wettbewerbsunterlagen für die Bio-Olympiade erhielt. Sebastian Groël und ein weiterer Schüler erklärten sich bereit, teilzunehmen.In der ersten Runde lösten die beiden zwei praktische und zwei theoretische Aufgaben. Zur Praxis gehörten das Erbsenkochen und das Mikroskopieren von Zwiebeln. In der zweiten Runde galt es, eine anspruchsvolle Klausur zu bestehen. Da waren Wissen und die Fähigkeit, Lösungen herleiten zu können gefragt. Damit hat Sebastian Groël keine Probleme, sagt Schulleiter Rainer Guss: „Er ist ein engagierter, intelligenter Schüler, der Themen selbstständig erarbeiten kann“. Praktische Erfahrungen hat er auch schon. Er war im Erfinderlabor und nahm an der Experimentierwoche der Technischen Universität (TU) Darmstadt teil, besuchte ein Schnupperstudium der Frankfurter Universität und absolvierte Praktika im naturwissenschaftlichen Bereich.

Teams aus 60 Ländern

Während für seinen Mitschüler nach der zweiten Runde Schluss war, bereitet sich Sebastian jetzt auf die dritte Runde auf Bundesebene vom 17. bis 22. Februar in Kiel vor.

„Es ist das erste Mal, dass einer unserer Schüler zur Deutschland-Ausscheidung fährt“, sagt Guss. Die vier besten von insgesamt 45 Teilnehmern werden dann die deutsche Bio-Olympiamannschaft bilden, die im Sommer in Bern gegen Teams aus etwa 60 anderen Ländern antritt.

Zur Vorbereitung beschäftigt sich Sebastian Groël mit Übungsaufgaben, die die Veranstalter von der Uni Kiel bereitstellen. Er darf auch die Einrichtungen der Schule fürs praktische Probieren nutzen. Und als Drittbester in Hessen gehörte er zu denjenigen, die vergangene Woche von Mittwoch bis Samstag am Institut für Mikrobiologie und Genetik der TU Darmstadt an einem Landesseminar teilnahmen.

Seine Mitschüler kennen Sebastian Groël übrigens nicht nur als Ass in Biologie und Chemie, sondern auch als Musiker: Er spielt Klavier in der Big-Band Swing-Kids und Akkordeon beim Handharmonika- und Akkordeonclub Rüsselsheim-Haßloch. (eda.)

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