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Koalition steht hinter ihrer Kandidatin

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Die Soziologin Rosemarie Lück (zweite von links) ist zur neuen Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Darmstadt-Dieburg gewählt worden.
Die Soziologin Rosemarie Lück (zweite von links) ist zur neuen Ersten Kreisbeigeordneten des Landkreises Darmstadt-Dieburg gewählt worden. © privat

Rosemarie Lück wird zum 1. Januar Erste Kreisbeigeordnete. Der Kreistag wählte die Leiterin der Kreisagentur für Beschäftigung nach mehr als halbstündiger Aussprache im ersten Wahlgang.

Rosemarie Lück ist neue Erste Kreisbeigeordnete und damit stellvertetende Landrätin in Darmstadt-Dieburg. Der Kreistag wählte die Leiterin der Kreisagentur für Beschäftigung (KfB) gestern nach mehr als halbstündiger Aussprache im ersten Wahlgang mit den 36 Stimmen von SPD (28) und Grünen (8). Die Bewerberin Brigitte Tesch von den Freien Wählern erhielt 28 Stimmen.

Höchstwahrscheinlich stimmte die CDU, die sich im Vorfeld der Entscheidung stets vehement gegen eine dritte Beigeordnetenstelle geäußert hatte, bis auf eine Enthaltung geschlossen für die Freie Wählerin aus Groß-Zimmern. FDP (4) und Linke/DKP (2) votierten demnach mit Nein.

Gleichzeitig haben die Freien Wähler gestern die Kooperation mit der SPD aufgekündigt, so dass Rot-Grün im Kreistag für den Rest der Wahlperiode nur noch über eine Stimme Mehrheit verfügt.

Der Grüne Robert Ahrnt hatte sich in der Aussprache vor dem Wahlgang mit dem Kooperationspartner der SPD auseinandergesetzt und Teschs Kandidatur als "Meuterei im Beiboot" bezeichnet. Der SPD hielt er vor, sie habe sich nicht dazu durchringen können, die "Leinen zu kappen".

Die Abgeordnete Irmgard Fischer (Freie Wähler) betonte, Brigitte Tesch habe mit ihrer Kandidatur die Zusammenarbeit mit der SPD keinesfalls gefährden wollen und von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Auf das Verhältnis der SPD mit den Freien Wählern hob auch Klaus-Jürgen Hoffie (FDP) ab. Eher ertrage die SPD die Demütigung durch die Freien Wähler als den Verlust von Stimmenmehrheit und politischer Selbstachtung. Hoffie stellt die Qualifikation der Bewerberin Lück ebenso in Frage wie die von Tesch. Sie sei "im Kreistag vor allem durch politische Unauffälligkeit aufgefallen".

Die CDU bemängelte zum einen das in ihren Augen "unwürdige" Auswahl- und Nominierungsverfahren der Ersten Kreisbeigeordneten und äußerte zum anderen Zweifel an Lücks Qualifikation. Zur Kandidatur Teschs sagte Fraktionschefin Karin Neipp, die Freien Wähler hätten sich mit der eigenen Kandidatur "endlich freigeschwommen". Dem neuen Landrat Schellhaas attestierte sie einen "ganz schlechten Start".

Die Fraktion Linke/DKP hatte sich im Vorfeld wie die CDU dafür ausgesprochen, die Stelle der Ersten Kreisbeigeordneten aus Kostengründen zunächst nicht wieder zu besetzen.

Die Wahl war notwendig geworden, weil der bisherige Erste Kreisbeigeordnete Klaus Peter Schellhaas (SPD) am 26. April zum Nachfolger von Alfred Jakoubek gewählt worden war und die Stelle nach seinem Amtsantritt als Landrat vakant war. Lück tritt ihre Stelle zum Jahresbeginn an. (tim)

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