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Auf rot knallt die Sonne

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Farbenlehre in Wixhausen: Viele rote Dächer, die sich für Solarenergiegewinnung eignen.
Farbenlehre in Wixhausen: Viele rote Dächer, die sich für Solarenergiegewinnung eignen. © Vermessungsamt Darmstadt

Das Darmstädter Solardach-Kataster im Internet zeigt, wo sich eine Fotovoltaikanlage lohnt. „Hier liegt ein Schätzchen, das die Eigentümer heben können“, heißt es beim Vermessungsamt. Ein Drittel der Dächer wäre geeignet.

Ab heute kann jeder Darmstädter, ob Hausbesitzer oder Mieter ist, im Internet beim Solardach-Kataster nachsehen, ob sich sein Heim für den Einbau einer Solaranlage eignet. Darmstadt gehört bundesweit zu den wenigen Kommunen, die ein solches Kataster flächendeckend fürs Stadtgebiet anbieten.

„Hier liegt ein Schätzchen, das die Eigentümer heben können“, sagen Jens Bolze, Leiter des Agenda-Büros der Stadt, und Abteilungsleiter Harry Korn vom Vermessungsamt. Denn Darmstadts Solarpotenzial ist – verglichen mit dem anderer Städte – überproportional hoch. Die Dächeranalyse hat ergeben: Von den 100.540 Dachflächen in Darmstadt kommen rund 31?Prozent für eine solare Nutzung in Frage. Fast die Hälfte davon liegt sogar in der besten der vier Eignungsklasse. Ausgeschöpft wurden bislang aber nur zwei Prozent des Potenzials.

„Wenn alle Eigentümer das Tool nutzen und die Empfehlung umsetzen, können 361?Millionen Kilowattstunden pro Jahr an Strom eingespart werden“, erklärt Bolze. „Das entspricht dem Strombedarf von 80?337 Vier-Personen-Haushalten.“

31 Prozent sind geeignet

Der Beitrag zum Klimaschutz ist in dieser Rechnung noch gar nicht berücksichtigt: Die mögliche Einsparung an Kohlendioxid gegenüber der Stromversorgung aus nicht-erneuerbaren Energiequellen beträgt 218?354 Tonnen pro Jahr.

Als Kartengrundlage für das Darmstädter Solarkataster – es erfasst das gesamte Stadtgebiet mit 100?540 Dachflächen – dienten 2008 aufgenommene Luftbilder. Sie wurden mit Orthofotos – das ist eine optische Projektionsmethode – verknüpft.

Der Solarstrom kann seit 2009 zur Deckung des Eigenbedarfs verwendet werden. Für direkt genutzten Solarstrom erhalten Anlagenbesitzer 25,01 Cent pro Kilowattstunde. Korn geht davon aus, dass der für den Eigenbedarf nötige Strom in naher Zukunft wohl weitgehend auf dem eigenen Dach produziert werden kann. Die Solartechnik ist ein boomender Industriezweig, wahrscheinlich werde es sich dank technischer Fortschritte in ein paar Jahren sogar lohnen, auch die heute noch weniger geeigneten Dachflächen mit Solarpaneelen auszustatten. Korn und Bolze vermuten, dass das Solarkataster auch einen Aufschwung für die örtliche Wirtschaft bringen wird. pyp

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