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Klinikum will raus aus den Miesen

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Auf dem Krankenhaus-Gelände in Eberstadt könnten Wohnungen entstehen.
Auf dem Krankenhaus-Gelände in Eberstadt könnten Wohnungen entstehen. © Roman Grösser

Das defizitär arbeitende Krankenhaus will die beiden Standorte Eberstadt und Innenstadt an der Grafenstraße zusammengelegen. Das spart 2,4 Millionen Euro pro Jahr und macht die Einrichtung wettbewerbsfähiger.

Das defizitär arbeitende Darmstädter Klinikum will wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Zwei Schritte sind dazu nötig, wie der Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt gGmbH, Gerhard Becker, und Klinikdezernent Dierk Molter (FDP) am Donnerstag berichteten. Zum einen sollen die beiden Standorte Eberstadt und Innenstadt wie seit langem geplant auf dem Hauptgelände an der Grafenstraße zusammengelegt werden, was allein bei den logistischen Kosten etwa 2,4 Millionen Euro pro Jahr sparen soll. Zum anderen soll der Standort Grafenstraße ausgebaut werden, um das Klinikum wettbewerbsfähiger zu machen.

Unter anderen soll das Klinikum eine Neurochirurgie und weitere 40 Intensivbetten bekommen, die Zentrale OP-Abteilung soll auf 13 Säle erweitert werden. Auch ein eigener Hubschrauber-Landeplatz ist geplant.

Neurochirurgie und Landeplatz

Der Ausbau kostet voraussichtlich 125 bis 130 Millionen Euro. Davon will das Land 60 bis 65 Millionen Euro an Fördermitteln gewähren. Den Rest will das Klinikum nach Beckers Worten über Einsparungen und höhere Erlöse erwirtschaften. Der Magistrat hat am Mittwoch einer Bürgschaft in Höhe von 70 Millionen Euro zugestimmt. Das verbilligt die Kreditkosten des Klinikums. Die Bürgschaft soll in der Finanzplanung der Stadt für das Jahr 2012 verankert werden. Um dafür die Genehmigung des Regierungspräsidenten zu bekommen, wird ein Business-Plan erarbeitet, der die Wirtschaftlichkeit des Konzepts belegt. Hierüber müssen Magistrat und Stadtverordnetenversammlung noch abstimmen.

"Wenn bis zum Jahresende die Finanzierung steht, werde ich an Weihnachten ein Glas Champagner trinken", sagte Becker. Mit dem Grundsatzbeschluss über die Bürgschaft könne er nun gestärkt in die weiteren Gespräche mit Wiesbaden gehen. "Es eilt", hatte Molter zuvor gemahnt und darauf hingewiesen, dass auch andere Kliniken um Landesfördermittel werben. Seien alle Voraussetzungen erfüllt, so rechne er mit einem Jahr Planungs- und zwei bis drei Jahren Umsetzungszeit, sagte Geschäftsführer Becker.

Was mit dem knapp 44 000 Quadratmeter großen Eberstädter Gelände, etwa elf Millionen Euro wert, passiere, sei noch nicht entschieden, sagte Molter. Vieles deute auf Wohnbebauung hin, er wolle den Entscheidungen aber nicht vorgreifen. Ein Teil des möglichen Erlöses werde in die Finanzierung der Ausbaupläne fließen.

Die Zusammenlegung der Klinikstandorte sei alternativlos, betonte Becker. Die Eberstädter Abteilungen sollen in einem neuen Riegel parallel zur Grafenstraße zusammengefasst werden. Aber auch am Zentralstandort herrschten "nicht die besten baulichen Gegebenheiten", um alle Potenziale auszuschöpfen, sagte der Geschäftsführer. Deshalb würden die OP- und die Intensivbettenkapazitäten erweitert: "Damit verdient ein Krankenhaus der Maximalversorgung Geld." Auch die Umwandlung von kleinen in wirtschaftlich billiger zu betreibende größere Stationen spare Ressourcen. (ryp)

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