1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Darmstadt

Kleiner Saal des Staatstheaters Darmstadt bleibt verwaist

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Annette Schlegl

Kommentare

Das Staatstheater am Georg-Büchner-Platz bleibt bei seinen Umbaumaßnahmen im Kleinen Saal nicht von den Auswirkungen der Baustoffkrise verschont.
Das Staatstheater am Georg-Büchner-Platz bleibt bei seinen Umbaumaßnahmen im Kleinen Saal nicht von den Auswirkungen der Baustoffkrise verschont. © Renate Hoyer

Die Wiedereröffnung des Kleinen Saals im Staatstheater Darmstadt verzögert sich um ein Jahr. Die Arbeiten zur Erneuerung der Bühnentechnik dauern bis 2024.

Es wird noch länger dauern, bis die Besucher:innen des Staatstheaters Darmstadt wieder im Kleinen Haus Platz nehmen können. Statt wie geplant im Herbst 2023 kann die Spielstätte mit 480 Sitzplätzen erst zur Spielzeit 2024/25 wieder eröffnet werden. „Nicht absehbare Herausforderungen“ und „eine schwierige Marktlage“ würden den Wiederbeginn des Vorstellungsbetriebs verzögern, verlautbart der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, der für das Projekt zuständig ist. Das Große Haus mit seinen 956 Sitzplätzen und die Kammerspiele mit 262 Plätzen bleiben so lange Ausweichspielstätte.

Im Kleinen Haus sind zahlreiche Sanierungsarbeiten im Gange. Die 50 Jahre alte Bühnentechnik mit hydraulischen Hand- und Seilzügen wird komplett erneuert, Trennwände und Bodenbeläge werden entfernt, die Sitzplätze neu bezogen, zusätzliche Rollstuhlplätze geschaffen. Die Ton- und Medientechnik wird modernisiert, die Regiezone neu aufgebaut. Die Erneuerung der Bühnentechnik wurde bei Sanierungsbeginn vor einem Jahr mit 51 Millionen Euro veranschlagt.

Im Herbst 2023 sollte eigentlich alles fertig sein. Inzwischen hätten sich aber Verzögerungen ergeben, teilt der Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen mit und verweist auf Erschwernisse beim Rückbau der Bühnentechnik. Außerdem sei unvorhersehbar eine Asbestsanierung im Bereich des Prospekthublifts vonnöten. Darüber hinaus habe man mit Lieferproblemen und einer hohen Auslastung der Handwerksbetriebe zu kämpfen.

„Der Krieg in der Ukraine hat die Lage am Baustoffmarkt nun noch einmal deutlich verschärft“, berichtet Thomas Platte, Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen. Neue Zielmarke ist deshalb eine Wiedereröffnung zur Spielzeit 2024/25.

Voraussichtlich im Frühjahr 2024 könne die Maßnahme nach heutiger Planung abgeschlossen werden. Wegen nötiger Schulung, Einrichtung und anschließender Vorproben des Theaters sei der Wiederbeginn des Vorstellungsbetriebs voraussichtlich wohl erst zur Spielzeit 2024/25 möglich.

Das Staatstheater will nun für eine weitere Saison Ersatzspielorte finden. „Das sind schlechte Nachrichten. Aber wir haben nun zwei Jahre in der Pandemie geübt, aus schwierigen Situationen das Beste zu machen“, sagt Intendant Karsten Wiegand. Hilfreich sei auf jeden Fall, dass man durch Umbauten wieder Publikum auf die Bühne im Großen Haus setzen dürfe. ann

Auch interessant

Kommentare