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Ober-Ramstadt

Klassenräume auf Wanderschaft

Der Kreis kauft ein mobiles Containerdorf für diverse Schulbaustellen. Die Ober-Ramstädter Lichtenbergschüler ziehen als erste in das Provisorium.

Der fast 1200 Kinder starken Lichtenbergschule in Ober-Ramstadt steht ein bewegtes Jahr 2010 ins Haus. Wegen einer aufwendigen Sanierung des schadstoffbelasteten Hauptgebäudes müssen fast alle Kinder und Lehrer vorübergehend in Pavillons umziehen. Ausgenommen sind nur die Jahrgangsstufen elf bis dreizehn der Oberstufe.

"Wir stellen ein komplettes, zweistöckiges Containerdorf auf dem Schulhof der benachbarten Hans-Gustav-Röhr-Grundschule auf", sagt Schuldezernent Christel Fleischmann (Grüne). 36 Klassen- und Fachräume für die Klassen fünf bis zehn müssen demnach geschaffen werden. Die Pavillons werden neu angeschafft. Sie sollen zwischen einer und 1,5 Millionen Euro kosten. "Im Januar beginnt ihre Produktion, im Februar werden sie aufgestellt, im März ziehen die Kinder ein", kündigt der Dezernent an.

2011 ziehen die Pavillons um

Nach voraussichtlich eineinhalb Jahren sollen die Kinder bei ihrer Rückkehr nach den Sommerferien 2011 aber mit einem ökologischen Vorzeigeprojekt für die Belastungen belohnt werden. Das mobile Schuldorf wird dann für eine weitere Groß-Sanierung an einem anderen Standort aufgestellt. "Das ist auf jeden Fall günstiger als die Anmietung von Pavillons, die allein für Ober-Ramstadt 800 000 Euro gekostet hätte."

Die baulich marode Lichtenbergschule ist vor zwei Jahren in das Projekt "Niedrigenergiehaus im Bestand an Schulen" aufgenommen worden. Das Modellvorhaben der Deutschen Energie-Agentur will an bundesweit 50 Schulen die ökonomische, ökologische und sozial nachhaltige Sanierung an Nichtwohngebäuden anregen und zur Verbesserung der Nutzungsqualität beitragen. Beteiligt sind auch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, die Eon Ruhrgas AG und die BASF.

Als lokaler Unterstützer tritt zudem die in Ober-Ramstadt ansässige Farbenfirma Caparol auf. "Sie hilft uns bei der Entwicklung der vorgehängten Fassade und der Farbgestaltung", sagt Fleischmann. Eigentlich waren die Bauarbeiten schon für 2009 vorgesehen. Doch das rund 8,3 Millionen Euro schwere Projekt verzögerte sich, "weil die Planungsabstimmungen nach dem Schulleiterwechsel noch einmal neu und intensiv geführt wurden", sagt Fleischmann.

Neue Fassade spart Energie

Um das Hauptgebäude und den polytechnischen Anbau der Lichtenbergschule soll eine komplett neue Fassade entstehen. Die Planer versprechen allein dadurch und durch die Beseitigung von Kältebrücken eine Energieeinsparung von mindestens 40 Prozent. Zudem sollen die Lüftung verbessert und der Einfall von Licht und Schatten reguliert werden, so dass ein Einsparpotenzial von 60 Prozent realistisch erscheint. Die Schüler werden ihr Haus am Ende kaum wiedererkennen: Die Pausenhalle mitten im Gebäude wird ins obere Stockwerk geöffnet, damit Tageslicht einfällt. Aus der Cafeteria wird eine Mensa. Zusätzliche Klassenräume sollen entstehen. "Das Modellprojekt bedeutet für uns die Verknüpfung glücklicher Umstände", hatte Fleischmann bei der Vorstellung der Pläne im Januar 2008 gesagt. Die Lichtenbergschule als einzige integrierte Gesamtschule im Kreis werde ein Lehrbeispiel für die Modernisierung von 18 weiteren Betonskelettschulen sein.

Das Ober-Ramstädter Parlament hat in seiner jüngsten Sitzung zudem den Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplans für eine Schulsport- und Trainingsanlage an der Lichtenbergschule beschlossen.

Sportanlage stärkt Standort

Die neue Sportanlage gilt ebenfalls als Stärkung des Schulstandorts Ober-Ramstadt. Gebaut werden auf 40 100 Quadratmetern ein Kunstrasenplatz, eine 400-Meter-Rundlaufbahn, Kurzstreckenbahnen, Weitsprung-, Hochsprung-, und Kugelstoßanlagen.

Bei der Dezembersitzung des Darmstadt-Dieburger Kreistags hat Fleischmann ein ambitioniertes Programm vorgelegt: Eine viertel Milliarde Euro will Fleischmann bis zum Jahr 2016 in 60 große Vorhaben fließen lassen.

"Ich weiß, dass es mit dem Geld nicht so rosig aussieht, aber wir müssen viele Gebäude sanieren, denn wir heizen derzeit noch an ganz vielen Orten zur Decke hinaus. Und das zum Teil noch mit einer alten Stromheizung", erklärte der Dezernent.

Ob Fleischmann seinen ehrgeizigen Sanierungsfahrplan einhalten kann, hängt auch von den Städten und Gemeinden ab, die sich von der Finanzkrise schon jetzt erdrückt fühlen. Der vom Kreis bezahlte Schulbau kann ihnen dabei nicht egal sein: Die Kommunen werden dafür über die Schulumlage zur Kasse gebeten. (sami)

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