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Kino auf der Höhe der Zeit

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Im Vorführraum des Kinos arbeitet Frank Ruckelshausen am digitalen Projektor.
Im Vorführraum des Kinos arbeitet Frank Ruckelshausen am digitalen Projektor. © Guido Schiek

Die Pfungstädter Saalbau-Lichtspiele, in denen Generationen von Besuchern ihre ersten Kinofilme gesehen haben, werden zurzeit auf den neuesten Stand der Digitaltechnik umgestellt und mit einem Fest am 6. März wieder eröffnet.

Die Pfungstädter Saalbau-Lichtspiele, in denen Generationen von Besuchern ihre ersten Kinofilme gesehen haben, werden zurzeit auf den neuesten Stand der Digitaltechnik umgestellt und mit einem Fest am 6. März wieder eröffnet. Das Kino, Jahrzehnte lang im Besitz der Familie Vögler, wird seit dem vergangenen Jahr als Genossenschaft geführt. Parallel dazu gibt es den Förderverein „Kommunales Kino“, der einmal im Monat ausgewählte Filme zeigt. Beide unterstützen sich gegenseitig im Bemühen um Filmkultur in Pfungstadt.

„Die Digitalisierung des Kinos war lebenswichtig geworden“, erläutert Frank Ruckelshausen beim Blick auf die neuen Geräte im Vorführraum. Es habe zuletzt kaum noch aktuelle Filme auf 35-Millimeter-Rollen gegeben. Die Umstellung hat rund 55 000 Euro gekostet, 40 000 Euro gab es aus Förderprogrammen des Landes, des Bundes und der WI-Bank.

Durch Eigenleistung konnten die Kosten niedrig gehalten werden. So wurden die alten Vorführgeräte abgebaut. Eines davon steht nun als Erinnerungsstück im Zuschauerraum, eines neben dem neuen digitalen Vorführgerät. „Für alle Fälle“, wie Frank Ruckelshausen erklärt.

Tonanlage erneuert

In Eigenleistung erneuert wurde auch die Tonanlage, die nun für perfekten Sound mit Lautsprechertürmen hinter der Bühne sorgt. Von der Bild- und Tonqualität haben sich die Mitglieder des Fördervereins und der Genossenschaft, die das Kino von der Betreiberfamilie gepachtet hat, bei einem Probelauf überzeugt.

„Die Bilder sind gestochen scharf, der Ton ist exzellent“, schwärmt Ruckelshausen. Statt der bis zu 50 Kilo schweren Filmrollen werden nun die digitalisierten Filme auf einer kleinen Festplatte in den Vorführraum gebracht, wo sie hochgeladen und gestartet werden. Bis zur Eröffnung am 6. März sind noch kleinere Arbeiten zu erledigen. So muss noch das Abluftrohr für die Wärme der neuen Anlage eingebaut werden. Das neue Projektionsfenster aus Brandschutzglas ist schon eingebaut. „Wir sind alle ganz begeistert“, sagt Ruckelshausen. Nun können die Saalbau-Lichtspiele in Pfungstadt mit den großen Kinos mithalten.

„Allerdings haben wir keine 3-D-Technik“, merkt Ruckelshausen an. Dafür haben die Genossenschaft, die für das reguläre Kinoprogramm zuständig ist, und der Förderverein, der einmal pro Monat donnerstags kommunales Kino anbietet, den Zugriff auf alle aktuelle Filme ab dem Bundesstart und sind nicht mehr auf Kopien angewiesen. Die Filmauswahl treffen Genossenschaft und Förderverein. Über das reguläre Filmprogramm werden dann auch wieder die Zeitungen berichten und die Schaukästen informieren.

Unterstützer und Berater

Mit dem Kinoexperten Jochen Pollitt aus Weiterstadt, der nicht nur das Filmfest aus der Taufe gehoben hat und organisiert, sondern auch das kommunale Kino betreut, haben die Pfungstädter einen Unterstützer und Berater gefunden. Neben dem Filmerlebnis sollen den Kinobesucher auch rund ums Filmthema passende Angebote gemacht werden.

Außerdem sei man mit Pfungstädter Vereinen in Kontakt, die in der besonderen Atmosphäre des Kinos mit seinen 198 Plätzen eigene Veranstaltungen anbieten. So plane die Akkordeon Vereinigung eventuell eine Musicalveranstaltung. Auch eine Autorenlesung sei bereits angedacht.

Ab dem 9. März werden die Filme der Hessischen Schulkinowoche angeboten. „Wir haben bereits die Anmeldungen von rund 500 Kindern und Jugendlichen aus Pfungstadt, die mit ihren Klassen zu Filmvorführungen kommen werden“, freut sich Ruckelshausen. Das kommunale Kino selbst habe unterdessen ein Publikum von 80 bis 100 Zuschauern bei seinen Aufführungen. (eda)

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