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Kinderhaus mit meterlanger Spielstraße

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Zimmerleute aus der Rhön bauen die Holzteile zusammen.
Zimmerleute aus der Rhön bauen die Holzteile zusammen. © Grösser

Ein Haus aus Holz entsteht derzeit auf der Lichtwiese - bis zu sechs Meter hoch und 60 Meter lang. 65 Kinder sollen dort unterkommen. Das Konzept entspricht einer Spielstraße

Bis zu zehn Meter hoch sind die Holzbauteile, die derzeit Woche für Woche mit dem Lastwagen aus Österreich auf der Lichtwiese in Darmstadt angeliefert werden. Südlich des Architekturgebäudes entsteht auf dem Gelände der Technischen Universität auf rund 1300 Quadratmeter ein Kinderhaus, das der Nachwuchs von Studierenden und Universitätsmitarbeitern und andere Darmstädter Kinder nutzen werden. Zu den vier Gruppen à zehn Kindern kommen 25 Drei- bis Sechsjährige des TU-Waldkindergartens, die derzeit ein provisorisches Domizil in einem Container nutzen.

"Ein tolles Projekt", schwärmt Architektin Ariane Rössler, die mit Edgar Dingeldein vom TU-Baudezernat den Neubau betreut. "Wir können das Betreuungsangebot enorm ausbauen." Die Kinder werden auf 860 Quadratmeter Nutzfläche genug Raum haben zum Spielen, Turnen, Essen - aber auch zum Schlafen und Zurückziehen. Denn ein Großteil der Kleinen wird bis in den Nachmittag in der neuen Tagesstätte bleiben und eine Ruhepause brauchen.

Umweltfreundlicher Baustoff

60 Meter lang und bis zu sechs Meter hoch ist das Gebäude aus Holz. Massive Brett-Sperrholzelemente werden dafür von der Firma Rehm aus Tann in der Rhön montiert. Die Holzteile werden nach einem relativ einfachen Baukastensystem zusammengebaut, erklärt Zimmer- und Dachdeckermeister Sebastian Weber.

Die großen Elemente werden mit einem Kran direkt auf die Stelle gehoben, an der sie auch montiert werden. Winkel werden auf dem Boden aufgedübelt und die Bauteile durch Schrägstützen stabilisiert. Die Zimmerleute übernehmen dann die Montage der zwischen 16 und 20 Zentimeter starken Bauteile.

"Eine trockene, ökologische und sehr saubere Arbeit", sagt Weber, der noch etwa einen Monat mit seinen Leuten auf der Baustelle zu tun hat. Diese Bauweise sei immer mehr im Kommen, bestätigt Architektin Rössler. "Holz ist ein natürlicher, kohlendioxidneutraler, umweltfreundlicher, schadstofffreier und nachhaltiger Baustoff."

Von außen werden die Balken allerdings später nicht mehr zu sehen sein. Mit Mineralwolle werden die Wände gedämmt, dann kommt eine Plattenfassade in warmen Beige- und Cremetönen darüber. Die Vorbauten wie Eingang, Erker und andere markante Bauteile werden rotbraun hervorgehoben. Innen wird das Holz aber für eine warme Atmosphäre sorgen.

Meterhohe Fenster und Drehtür-Elemente werden derzeit im Parterre montiert. Wie weitläufig die Kita wird, vermittel der Blick von Osten. Das Auge wandert den Spielflur entlang bis der Tempelbau zu erkennen ist, ein Holzkunstwerk von TU-Studenten auf dem höchsten Punkt der Lichtwiese. Das Kinderhaus-Konzept entspricht einer Spielstraße. Der Flur ist die Hauptstraße, links davon gibt es Seitenwege und mittendrin einen Marktplatz, den Haupttreffpunkt, wie die Architektin erklärt. Am 1. November soll alles fertig sein. (an)

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