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Justitia (Symbolbild).

Prozess

Kelsterbach: Frau im Streit um Steuern getötet?

Wegen eines tödlichen Angriffs auf seine Frau steht ein 71 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Darmstadt.

Wegen eines tödlichen Angriffs auf seine Ehefrau steht ein 71 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Darmstadt. Der Angeklagte soll seine acht Jahre jüngere Frau im April 2018 in einem Werkstattkeller in Kelsterbach (Kreis Groß-Gerau) umgebracht haben. Die Anklage lautet auf Totschlag. An der Leiche wurden später Kopfverletzungen und eine verletzte Halsschlagader festgestellt. Zum Prozessauftakt am Dienstag schwieg der Mann zu den Vorwürfen.

Der Staatsanwaltschaft zufolge leidet er an einer Form von Demenz, deswegen wird auch geprüft, wie weit er am Tag der Tat schuldfähig war. Dies könnte sich bei einer Verurteilung auf das Strafmaß auswirken.

Der gelernte Maschinenschlosser und Schweißer hatte 2018 beim Ermittlungsrichter und dem psychiatrischen Gutachter zur Tat ausgesagt. Demnach habe es Streit um Steuernachzahlungen der Frau gegeben. Sie soll ihn mit abgebrochenen Flaschen angegriffen haben, beide seien hingefallen. Die Verletzungen seiner Frau könne er sich nicht erklären, hatte der Angeklagte beim Ermittlungsrichter erklärt.

Die 23 Jahre alte Tochter hatte ihre Eltern am Tattag im Keller gefunden und die Polizei gerufen. Die Mutter habe auf dem Boden gelegen und der Vater habe sich über sie gebeugt, sagte die junge Frau. „Sein Gesicht war voller Blut.“ Die zwei Jahre davor habe es fast jeden Tag Streit gegeben. Der Vater, der meistens im Keller oder seinem Zimmer gewesen sei, sei eifersüchtig gewesen, habe geglaubt, dass ihre Mutter ihn vergiften und ins Altersheim bringen wolle. Für das Verfahren sind vier Prozesstage angesetzt. (dpa/lhe)

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