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Kein Transit-Verkehr mehr

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Die Zahl der Laster in Darmstadt soll um rund zwei Drittel zurückgehen.
Die Zahl der Laster in Darmstadt soll um rund zwei Drittel zurückgehen. © Guido Schiek

Das gesamte Darmstädter Stadtgebiet wird zur Umweltzone erklärt. Fahrzeuge mit veralteter Abgastechnik dürfen darin nur mit Ausnahmegenehmigung unterwegs sein.

Das ist ein Kernpunkt des neuen Luftreinhalteplans für Darmstadt, dessen Einzelmaßnahmen vorab durch den Magistrat gebilligt wurden. Am Donnerstag, 12. Februar, befasst sich das Stadtparlament mit dem Entwurf. Verabschiedet wird der Plan letztlich durch das Land Hessen.

Für Darmstadt gibt es bereits einen Luftreinhalteplan. Darin enthalten sind unter anderem ein Lkw-Nachtfahrverbot und eine Lkw-Durchfahrtsperre. Letztere gilt allerdings nicht für Laster mit Ziel in Darmstadt, im Landkreis Darmstadt-Dieburg oder im Odenwaldkreis. Tatsächlich sank infolge dieser Maßnahmen die Feinstaubbelastung. Weil aber der Stickstoffdioxid-Gehalt der Darmstädter Luft weiterhin deutlich über den Grenzwerten liegt, entschied das Bundesverwaltungsgericht im Oktober 2013, dass ein verschärfter Plan aufgelegt werden muss – mit wirksamen Maßnahmen, um „die festgestellten Mängel unverzüglich zu beheben“.

Der Entwurf für diesen Plan liegt jetzt vor, nachdem mehrere wissenschaftliche Gutachten zur Senkung der Luftschadstoffe erstellt und beraten wurden. Bei den Gesprächen wurden – darauf legte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) großen Wert – außer Experten der Landesregierung auch Vertreter der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwald hinzugezogen.

Ausnahmen vereinbart

Die dabei beschlossene Umweltzone umfasst im Prinzip die Darmstädter Gemarkung. In den Verhandlungen mit den Nachbarn wurden jedoch Ausnahmen vereinbart. So wird die B 3 im Norden ab Gräfenhäuser Straße von der Zone ausgenommen, um die Erreichbarkeit der Bereiche im Norden (Erzhausen, Egelsbach) von der A 5 aus sicherzustellen. Auch die Verbindung nach Pfungstadt bleibt für Altfahrzeuge offen, ebenso die Eberstädter Umgehung (B 426). Zudem gibt es im Osten einen Zonen-Einschnitt, damit technisch veraltete Laster über die B26 das Gewerbegebiet Roßdorf-West erreichen können.

Für die meisten Autofahrer in Darmstadt wird die Umweltzone kaum Folgen haben. Da es solche Zonen in vielen Städten seit Jahren gibt, dürften viele Fahrzeuge bereits Abgasplaketten haben. Laut Zulassungsdaten erhalten heute 96 Prozent aller Pkws eine grüne Plakette, bei Nutzfahrzeugen sind es 85 Prozent.

Kaum Folgen für Autofahrer

Spürbar dürfte sich hingegen eine andere vorgesehene Maßnahme des Luftreinhalteplans auswirken: die Ausweitung des Lastwagen-Durchfahrtverbots auf die bislang ausgenommenen Landkreise. Tagsüber dürfen dann nur noch Laster in Darmstadt fahren, die dort be- beziehungsweise entladen werden. Durch die Aussperrung von Lastern mit Zielen in Darmstadt-Dieburg oder im Odenwald wird der Lkw-Verkehr in Darmstadt nach jüngsten Zählungen um etwa zwei Drittel vermindert.

Eine Schaltung von sogenannten Pförtnerampeln zur Zuflussregelung an den Stadtgrenzen soll es dagegen nicht geben. Begründung: Damit die Dosierung funktioniere, müssten Pförtnerampeln an allen Zufahrtsstraßen stehen. An der Rheinstraße aber sei dies nicht machbar, da sonst Rückstaus drohten.

Für die Beschilderung der Umweltzone stehen nach Angaben des Magistrats 150 000 Euro bereit. Hinzu kommt die Beschilderung für das Lkw-Durchfahrtverbot. (bad)

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