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Kein roter Teppich

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Peter Vos und David Demmer haben den Besuch gut vorbereitet.
Peter Vos und David Demmer haben den Besuch gut vorbereitet. © Heide Noll

Am 4. Juni wird es royal in Rüsselsheim: Das niederländische Königspaar gibt sich die Ehre und besucht mit Wirtschaftsvertretern Opel.

Einen roten Teppich wird es nicht geben. „Wir haben klare Vorgaben bekommen. Der Besuch soll so normal wie möglich ablaufen, nicht so formell“, sagt Peter Vos. Der Niederländer, der bei Opel in der Kommunikationsabteilung arbeitet, hat den Besuch des niederländischen Königspaars Willem-Alexander und Maxima in der Opel-Zentrale in Rüsselsheim gemeinsam mit David Demmer, bei Opel für Regierungsbeziehungen zuständig, vorbereitet. Seit gut zwei Monaten sind die beiden am Planen und Organisieren, damit am nächsten Dienstag alles wie am Schnürchen läuft.

Anlass des Besuchs ist die Reise einer niederländischen Wirtschaftsdelegation nach Deutschland. Den erst vor wenigen Wochen inthronisierten König und seine Frau begleiten rund 120 Vertreter verschiedener Branchen, die sich mit deutschen Unternehmern austauschen und Kontakte knüpfen wollen. Etwa 30 davon vertreten Firmen aus der Automobilbranche.

Kontakte knüpfen

Während die Majestäten am Montag zunächst in Berlin ihre Aufwartung machen und dann in die Wiesbadener Staatskanzlei weiterreisen, kommen die Auto-Unternehmer direkt nach Rüsselsheim. Im Opel-Forum bauen sie Stände auf und stellen sich von 12 bis 17 Uhr bei einer Messe vor. Parallel dazu gibt es öffentliche Vorträge im Auditorium. Auch die Hochschule Rhein-Main und die Technische Universität Darmstadt sind eingeladen, ebenso Autobranchenvertreter aus Rüsselsheim und dem Umland. „Das wird fast wie ein Kongress, ein fachlicher Austausch“, sagt David Demmer.

Schwerpunkte sollen „Serious Games“ (Internetspiele zum Erlangen von Informationen über ihre Nutzer) und grüne, nachhaltige Mobilität sein, also vor allem das Elektroauto. Das Interesse daran dürfte mit ein Grund sein, warum Willem-Alexander und Maxima nach einem Abendessen in großer Runde und Übernachtung in Wiesbaden am Dienstagfrüh nach Rüsselsheim kommen.

„Die Hälfte aller Ampera, die wir verkaufen, geht in die Niederlande“, sagt David Demmer. Deshalb wird sich die Elektromobilität wie ein roter Faden durch den einstündigen Aufenthalt des Königspaars ziehen. Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Thomas Neumann wird die beiden im Foyer des Adam-Opel-Hauses vor einem orange folierten Ampera begrüßen – Orange ist die Farbe des niederländischen Königshauses. Anschließend lassen sich Willem-Alexander und Maxima darüber informieren, was die Wirtschaftsvertreter am Vortag erfahren und erlebt haben. Die wenigen Meter bis zum Design-Zentrum werden sie nicht zu Fuß gehen, sondern in ihren Autos zurücklegen.

„Bei der Sicherheit gibt es keinen Spielraum“, erklären die Opelaner. Im Design-Zentrum will Chef-Designer Malcolm Ward im „Virtual Reality“-Raum Begeisterung für die Kombination von skulpturalem Design, Top-Technologie und deutscher Ingenieurskunst wecken. Dass gerade Elektromobilität für die Rüsselsheimer nichts Neues ist, soll ein Gang durch eine Ausstellung zeigen.

Höhepunkt wird ein Blick auf die Modelle der Zukunft sein. Das Königspaar, der hessische Ministerpräsident sowie der hessische und die niederländische Wirtschaftsminister dürfen den noch streng geheimen neuen Insignia sehen, der im September auf der IAA vorgestellt wird. Ferner bekommen sie mit den Nachfolgern von Corsa und Astra einen weiten Ausblick in die Zukunft des Designs gezeigt.

Nach einer Stunde steigen alle wieder in ihre Autos, und die Kolonne zieht weiter – nach Frankfurt zur Firma Diehl Aerospace. (eda.)

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